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reisen IM Land DES  LÄCHELNS

Strandtag auf Koh Yao

Thailändische Mönche nahe Khong Chiam

Sonnenuntergang auf Koh Yao

Das ehemalige Siam ist einerseits das mit großem Abstand beliebteste Reiseziel in Südostasien, andererseits ist es das einzige südostasiatische Land, welches niemals kolonialisiert wurde. In Thailand treffen Moderne und Tradition auf unverwechselbare Weise aufeinander und die Menschen im Land des Lächelns versuchen die Vorzüge von Beidem zu verknüpfen. So ist es kein Wunder, dass man Menschen begegnet, die noch lange vor Sonnenaufgang den Mönchen Spenden überreichen und in einem Tempel gebetet haben, die am Abend in modernen Einkaufszentren mit ihrem Smartphone shoppen, um dann vor dem zu Bett gehen zu Meditieren. Buddhismus und Offenheit - zwei Grundeigenschaften, die Thailand seit vielen Jahrhunderten kennzeichnen, bestimmen gerade heute das Bild und machen das Königreich so beliebt.
Doch Thailand hat noch viel mehr Gesichter: sagenhafte Kulturschätze, pulsierende Städte, einsame Inseln und traumhafte Strände, geheimnisvoller Dschungel und hohe Berge, versunkene Ruinenstätte und prunkvolle Tempelanlagen sowie eine der besten Küchen der Welt. All dies zeichnet Thailand aus und ist der Grund, warum das Land jährlich Millionen von Menschen in seinen Bann zieht. Und wo immer man auf Menschen trifft, sieht man sie lächeln. Dieses Lebensgefühl beherrscht das Alltagsleben der Thais, so dass man sich als Besucher ganz einfach anpassen und ruhig etwas davon mit nach Hause nehmen sollte.
Thailand ist ein Land, in das bestimmt jeder gern mindestens ein zweites Mal reisen möchte. Ob Kulturfreunde, Erholungssuchende, Strandliebhaber, Aktivurlauber, Familien, Individualisten oder auch Hochzeitsreisende – diese allgemeinen Informationen zu Thailand zeigen die Vielfalt, die das Königreich Thailand bietet.

Thailands Geographie

Das Königreich Thailand ist in Südostasien gelegen und knapp 515.000 km² groß. Von seiner Form auf der Landkarte erinnert Thailand an einen Elefantenkopf und erstreckt sich von Nord nach Süd auf insgesamt ca. 1700 Kilometern. Das Land unterteilt sich in 76 Provinzen und hat hunderte Inseln, die sich sowohl im Indischen Ozean als auch im Golf von Thailand befinden.
An den Westen und Norden Thailands grenzt Myanmar und an den Nordosten Laos – zusammen bilden diese drei Länder das berühmte Goldene Dreieck. Im Osten schließt sich Kambodscha an und im äußersten Süden ist die Grenze zwischen Thailand und Malaysia. Im Südwesten bildet der Indische Ozean, genauer gesagt die Andamanensee eine natürliche Grenze und im Südosten schließt sich der Golf von Thailand (auch Golf von Siam) an.

Thailands Norden ist sehr bergig und waldreich, hier kann es zwischen Dezember und Februar auch mal empfindlich kalt werden, was man insbesondere bei einer Trekkingtour in Nordthailand beachten sollte. Die Berge werden von tief eingeschnittenen Tälern mit fruchtbaren Böden unterbrochen, die eine vielfältige Landwirtschaft ermöglichen. Die höchste Erhebung im Norden Thailands ist mit 2.565 Metern der Berg Doi Inthanon, der sich in dem nach ihm benannten Doi Inthanon Nationalpark befindet.
Bedeutendste Stadt Nordthailands ist Chiang Mai, die auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum ist. Chiang Mai wartet mit unzähligen Tempelanlagen auf, die z.B. während einer Stadtrundfahrt besichtigt werden können und ist der perfekte Ausgangpunkt für Rundreisen in Nordthailand.

Zentralthailand wird landschaftlich durch flaches Land, Felder und Flüsse geprägt. An erster Stelle steht hier der mächtige Chao Phraya, der sich bis Bangkok zieht und dann südlich der Hauptstadt in den Golf von Siam mündet. Der fruchtbare Schlamm, der sich während der Regenzeit alljährlich hier über die Felder ergießt ist Grundvoraussetzung für die Landwirtschaft, insbesondere den Anbau von Reis. Nicht umsonst trägt die zentrale Ebene Thailands den Beinamen „Reiskammer des Landes“.
Bedeutendste Stadt Zentralthailands ist die Hauptstadt Bangkok. Die geschäftige Metropole ist nicht nur das Tor zum Königreich Thailand und meist der Beginn einer Thailandreise, sondern auch Drehkreuz für Asienreisende. Krung Thep, die "Stadt der Engel“, wie man Bangkok auch gern bezeichnet, wuchs seit ihrer Gründung vor etwas mehr als 200 Jahren von einem kleinen Dorf zur gigantischen Weltmetropole und wird auch gern für einen Stopover in Thailand genutzt, bevor man vielleicht zu einer Rundreise durch Thailand aufbricht oder einen Badeaufenthalt an den Stränden in Südthailand genießt.

Weitere wichtige Städte in Zentralthailand sind beispielsweise Ayutthaya, Sukothai und Kanchanaburi, wo eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten bewundert werden können, die teilweise zum UNESCO Weltkulturerbe zählen.

In Richtung Nordosten schließt sich der Isaan (auch I-San) an, der etwa ein Drittel des Landes ausmacht und durch das Phetchabun Gebirge von Zentral- und Nordthailand getrennt wird. Im Zentrum befindet sich das felsige Korat Plateau und im Osten ist die Grenze zu Laos, die zu großen Teilen durch den gewaltigen Mekong bestimmt wird.
Rundreisen durch den Isaan beginnen oftmals in Nakhon Ratchasima, Ubon Ratchathani oder Khoen Kaen, da diese Städte über Flughäfen verfügen und in der Nähe bedeutsamer, kulturhistorischer Denkmäler, wie zum Beispiel den Tempelanlagen von Phimai, Phanom Rung oder Preah Vihear, liegen.

Thailands Süden zieht sich über 1000 Kilometer von Bangkok bis Satun an der Grenze zu Malaysia. An der schmalsten Stelle, etwa auf der Höhe des Badeortes Ban Grood ist Thailand nicht einmal 50 Kilometer breit. Den westlichen Teil prägen Gebirgsketten, das Tenasserim-Gebirge bildet die natürliche Grenze zu Myanmar und weiter Richtung Süden schließt sich die Phuket-Kette an, die noch immer auf ca. 1000 Meter ansteigt. Landschaftlich ist Südthailand von unzähligen Inseln und endlosen Stränden geprägt, die man sowohl an der Andamanenküste (Westseite) als auch am Golf von Thailand (Ostseite) findet.
Eine traumhafte Kulisse bilden die bizarren Kalksteinformationen rund um die Bucht von Phang Nga (Phang Nga Bay). Die karstigen Felsen findet man an Land, ein großer Teil ragt aber auch bis zu mehreren hundert Metern Höhe direkt aus dem smaragdgrünen Wasser der Andamanensee. In einer Senke umgeben von den skurrilen Felsen befindet sich einer der bedeutendsten Nationalparks Thailands, der Khao Sok Nationalpark, der mit seiner vielfältigen Flora und Fauna beeindruckt.
Die wichtigsten, touristischen Orte an der Westseite Thailands sind Khao Lak, Krabi und die größte Insel Thailands – Phuket. Perfekt für Reisende erschlossen sind außerdem die Inseln Koh Lanta, Koh Phi Phi und Koh Racha im Indischen Ozean sowie Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao im Golf von Thailand. Nicht ganz so leicht zu erreichen sind beispielsweise Koh Bulon, Koh Hai, Koh Jum, Koh Kradan, Koh Lipe, Koh Mook und Koh Phayam. Diese kleinen Eilande zählen aber ganz sicher zu den schönsten südthailändischen Inseln.     

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Thailands Geschichte  

Thailands Geschichte kann bis in die Steinzeit zurückverfolgt werden, wo schon erste Orte besiedelt waren. Man vermutet, dass Tai-Völker, die Vorfahren der heutigen Thailänder, aus Südchina kamen und im Norden des heutigen Thailands sesshaft wurden, während der Süden des Landes auch unter Einfluss des so genannten Sri Vijaya Königreichs stand, das buddhistisch geprägt und auf der Insel Sumatra verwurzelt war.
Mon- und Khmer Völker wanderten vom 6. bis 10. Jahrhundert ein und ließen sich vor allem im heutigen Zentralthailand nieder, es entstanden verschiedene Fürstentümer. Ungefähr im 7. Jahrhundert zogen die Mon Richtung Norden und gründeten das Königreich Haripunchai rund um die heutige Stadt Lamphun. Dieses Reich wurde im 13. Jahrhundert vom Fürsten Mengrai erobert und im Norden von Thailand entstand ein neues Königreich – Lanna, auch „Land der Millionen Reisfelder“ genannt. Mengrai residierte zunächst in Chiang Rai und später in Chiang Mai. Das Lanna Reich erlebte seine Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert und dehnte sich entlang des mächtigen Mekong bis ins heutige Laos aus.

Zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert beherrschten die Khmer, die aus Osten, dem heutigen Kambodscha kamen, weite Teile Zentralthailands. Eindrucksvollen Tempelanlagen, wie der Prasat Hin Phimai, Prasat Phanom Rung oder der Preah Vihear sind geschichtliche Zeugen aus dieser Zeit und können z.B. auf der Rundreise „Isaan – Khmer Wunder, Reisfelder und der Zauber des Mekong“ bewundert werden.

Anfang des 13. Jahrhunderts zerfiel die Herrschaft des Khmer und immer mehr Thais kamen nach Zentralthailand, wo 1238 das erste unabhängige Königreich rund um Sukhothai entstand. Unter König Ramkamhaeng hatte es seine Blütezeit und dehnte sich bis in den Süden Thailands und im Osten bis ins heutige Luang Prabang in Laos aus. Lediglich das Lanna Königreich in Nordthailand behielt weiter seine Macht. Unter dem bis heute sehr verehrten König Ramkamhaeng wurden Kunst und Kultur gepflegt und es entstand das Alphabet. Der Sukhthai Stil, der bis heute die Architektur Thailands prägt kann beispielsweise während der Rundreise „Thailands Norden - Kultur, Geschichte und Traditionen erleben“, die in Sukhothai startet und Chiang Mai endet, bewundert werden. Die Sukhothai Periode fand Mitte des 14. Jahrhunderts ihr Ende und das weiter südlich gelegene Ayutthaya erhielt immer mehr Einfluss.

Vom Thai-Fürsten U-Thong gegründet dauerte die Ayutthaya Periode vier Jahrhunderte und bescherte Siam 36 Könige in dieser Zeit. Seine beste Zeit erlebte das Ayutthaya Reich im 16. und 17. Jahrhundert, der europäische Einfluss nahm zu und der Handel blühte.

Wat Chai in Ayutthaya

Später gab es leider auch zahlreiche Kriege mit Kambodscha und Burma und seine größte Niederlage erlitt Ayutthaya 1767 als die Burmesen die Stadt nach einjähriger Besetzung dem Erdboden gleich machten. Davon hat sich das einstige Königreich nie wieder erholt und die Tempel und Ruinen, die inzwischen teilweise restauriert sind und zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, lassen die einstige Pracht nur erahnen. Einen wunderschönen Eindruck bekommt man schon bei einem Tagesausflug ab Bangkok nach Ayutthaya inklusive Bootsfahrt auf dem Chao Phraya.

Nach dem Ende der Ayutthaya Periode konnte sich General Taksin behaupten und die siamesischen Truppen für sich gewinnen und er errichtete in Thonburi, südlich von Bangkok gelegen, die neue siamesische Hauptstadt. Sein Nachfolger war General Chakri, der als Rama I gekrönt wurde und erster Herrscher der berühmten, noch immer währenden Chakri Dynastie war. Er verlegte die Hauptstadt ans andere Ufer des Chao Phraya, nach Bangkok. Rama I als auch sein Sohn Rama II waren damit beschäftigt, das Königreich Siam zu erweitern und annektierten Teile von Kambodscha und Laos. Bedeutendstes Bauwerk aus dieser Zeit ist der Königspalast in Bangkok. Rama III war ein Förderer der Kunst und Kultur in Thailand und so entstand während seiner Regierungszeit der Wat Pho, die erste öffentliche Bildungseinrichtung in Thailand.
Weitere bedeutende Könige der Chakri Dynastie waren Rama IV, auch bekannt als König Mongkut und Rama V, König Chulalongkorn. Durch ihre geschickte Politik und die Offenheit gegenüber Europa gelang es ihnen, die Unabhängigkeit Siams zu erhalten und so ist Thailand das einzige Land in Südostasien, was nie kolonialisiert wurde. Zu Chulalongkorns größten Verdiensten zählen die Abschaffung der Sklaverei und der Bau der ersten Eisenbahnlinie in Thailand. Außerdem war sein Handeln stets von Aufgeschlossenheit allem Fortschrittlichen gegenüber geprägt und er verschloss sich nicht westlichen Einflüssen. Beide Herrscher gelangten in unserer Zeit noch einmal zu Ruhm durch den US-amerikanischen Film „Anna und der König“, der die Geschichte der englischen Lehrerin Anna Leonowens und ihres Sohnes Luis erzählt.

1932 war nach fast 700 Jahren das Ende der absoluten Monarchie in Siam. Seitdem ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie, der König ist oberster Repräsentant ohne Regierungsverantwortung. 1939 wurde mit der Umbenennung Siams in Thailand (bedeutet „Land der Freien“) bekräftigt, dass Thailand nie fremd beherrscht war.
Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Thailand an der Seite von Japan gegen Burma und Malaysia und unter unmenschlichsten Bedingungen mussten Kriegsgefangene eine Eisenbahnstrecke zwischen Thailand und Burma errichten, es entstand die berüchtigte „Todesbahn“ (oder „Death Railway“). Zeugnisse aus diesem Teil der thailändischen Geschichte sind auch die Brücke am Kwai in Kanchanaburi oder der berühmte „Drei Pagoden Pass“ nahe Sanghklaburi. Beides kann auf der Rundreise „Thailands ursprünglicher Westen mit Drei Pagoden Pass“ bewundert werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselten sich Regierungen, die vom Militär eingesetzt und Regierungen, die frei gewählt wurden, oft in sehr kurzen Folgen ab. Thailand gehört zu den Ländern mit den häufigsten Regierungswechseln in der jüngeren Geschichte.

Alte Fotografie im Nationalmuseeum Ubon Ratchathani

 Frühgeschichtliche Fundstücke im Nationalmuseeum Ubon Ratchathani

Gemälde in altem Holztempel in Ubon Ratchathani

 

1946 wurde Rama IX gekrönt, aller Welt als König Bhumipol bekannt und von seinem Volk verehrt wie kein anderer Monarch vor ihm. Rama IX starb am 13.Oktober 2016 und war der König mit der weltweit längsten Amtszeit, er hat alle Höhen und Tiefen des Landes und fast 30 Regierungen in Thailand miterlebt und er war die moralische Stütze des Königreichs Thailand. Er zeigte sich immer sehr volksnah und seine Stiftungen setzten sich für zahlreiche Projekte ein, die u.a. die armen Menschen in Thailand unterstützen oder den Bergvölkern im Norden von Thailand, wie zum Beispiel den Lahu, den Lisu oder den Hmong Perspektiven abseits des Opiumanbaus geben. Außerdem hatte sich König Bhumipol dem Umweltschutz in Thailand verschrieben und betreute landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte.

Thailands Bevölkerung

Zu Beginn ein paar Zahlen und Fakten über Thailands Bevölkerung:

Einwohnerzahl Thailand

Einwohnerzahl Bangkok

Bevölkerungsdichte Thailand

Bevölkerungsdichte Bangkok

Ethnische Unterteilung
 

Religion
 

Lebenserwartung

ca. 65 Millionen

ca. 8 Millionen inklusive Randgebiet ca. 12 Millionen

ca. 130 Einwohner/km²

zwischen 4000 und 5000 Einwohner/km²

80 % Thai | 10 % Chinesen | 5% Malaien
5 % teilen sich Khmer, Mon, Vietnamesen, Bergvölker Nordthailands

95% Buddhisten
5 % teilen sich Hindus, Christen, Anhänger des Islam, Konfuzianismus, Taoismus und Naturreligionen

ca. 70 Jahre

 

 

Thailand ist eines der am weitest entwickelten Länder in Südostasien, was auch die mit nur ca. 5% sehr geringe Analphabeten Rate zeigt. Der Durchschnittsverdienst liegt in Thailand bei etwa 350 EUR/Monat, Lehrer verdienen mit ca. 375 EUR/Monat nur etwas mehr. Piloten, Ärzte (oder vergleichbare Berufsgruppen) verdienen zwischen 750-1200 EUR/Monat. Damit hat Thailand noch eines der höchsten monatlichen  Einkommen im Vergleich zu anderen südostasiatischen Ländern, wie zum Beispiel seinen Nachbarländern Kambodscha, Laos oder Myanmar. Die Unterschiede innerhalb der Bevölkerung Thailands sind allerdings sehr groß und es gibt ein sehr starkes Gefälle zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung, insbesondere in den Bergregionen Nordthailands oder in Ostthailand, dem Isaan, der auch oft als die ärmste Region Thailands bezeichnet wird.

Bewohnerin auf Koh Sukorn

Kinder nahe Sangkhlaburi

 

Etwa zwei Drittel der thailändischen Bevölkerung leben noch immer auf dem Land, was das Bild vom sozialen Gefälle in Thailand noch einmal bestätigt. Die „Flucht“ der Bevölkerung vom Land in Thailands Städte scheint unaufhaltsam und während dies in der Vergangenheit oft saisonal bedingt war, wenn die Felder brach lagen, so hat man heute z.B. in Bangkok und Umgebung ca. 12 Millionen dauerhafte Einwohner, die Dunkelziffer ist sicher noch höher.

Thailand hat es in der Vergangenheit als eines der wenigen Länder in Südostasien verstanden, die Geburtenrate zu kontrollieren, allerdings mit der Folge, dass Thailand heute – ähnlich wie westeuropäische Länder – ein demografisches Problem hat.

Ethnisch betrachtet gehört Thailands Bevölkerung zu den Thai (auch Tai), die bereits im 7./8. Jahrhundert aus der südchinesischen Provinz Yunnan, wo diese Volksgruppe auch heute noch lebt,  nach Thailand eingewandert sind und sich vom Norden Thailands Richtung Südthailand ausgebreitet hat. Nur im äußersten Süden Thailands, in den an Malaysia angrenzenden Provinzen sowie auf verschiedenen südthailändischen Inseln, wie Koh Lipe, Koh Bulon und Koh Jum, um nur einige zu nennen, stammen die Bewohner ursprünglich aus Malaysia, Indonesien und dem indopazifischen Raum. Innerhalb der mit ca. 80 % stärksten, ethnischen Gruppe, der Thai, gibt es diverse Untergruppen, die ihre eigenen Traditionen pflegen und sich oft auch sprachlich durch verschiedene Dialekte unterscheiden. Außerdem leben verschiedene ethnische Minderheiten im Bergland im Norden von Thailand.

Seit der Regierungszeit König Mongkuts (1851-1868) und seines Sohnes König Chulalongkorn (1868-1910) waren und sind Thailands Monarchen und auch die Bevölkerung stets offen gegenüber westlich geprägten und zeitgenössischen Einflüssen. Die Thailänder verstanden es im Vergleich zu anderen südostasiatischen Ländern bestens, Dinge, die ihnen nützlich erschienen zu adaptieren, ohne dabei ihre eigenen Traditionen aufzugeben. In Thailand spendet man morgens den Mönchen die Gaben für den Tag und trifft sich mittags zum Essen mit Geschäftspartnern aus aller Welt, man meditiert in aller Stille in einem der vielen Tempel oder Klöster in Thailand, um anschließend den Abend gemeinsam mit Freunden in einer Diskothek oder bei einem Konzert fröhlich ausklingen zu lassen.

In Thailand herrschen aber auch heute noch strenge soziale Hierarchien und jeder einzelner Bewohner Thailands hält diese ungeschriebenen Gesetze ein. Man schaut von unten nach oben, wobei die Stellung in der thailändischen Gesellschaft durch das Alter, die finanziellen Mittel, den beruflichen Stand und die damit einhergehende politische oder persönliche Macht bestimmt wird.

Diese Strukturen findet man aber nicht nur im öffentlichen Leben in Thailand, sie ziehen sich bis ins kleinste Glied der Gesellschaft, in die Familie, und jeder einzelne Thailänder, ob jung oder alt, ist sich seiner Rolle bewusst und kennt seine Rechte und Pflichten. Insbesondere die Achtung vor dem Alter und das gemeinschaftliche Denken innerhalb der Familie spielen eine bedeutende Rolle, so dass auf individuelle Bedürfnisse eines Einzelnen oft keine Rücksicht genommen wird. Dies fördert anderseits einen sehr starken Zusammenhalt innerhalb der thailändischen Familie, der vom Streben nach Harmonie – was den Thailändern schon in die Wiege gelegt ist – geprägt ist.

Auch wenn dies nach Einengungen und Einschränkungen klingt, die Thailänder verstehen es, wie kaum ein anderes Volk, das Leben mit Spaß (thailändisch „sabai“) und Freude (thailändisch „sanuk“) zu genießen und so begegnen einem diese beiden Worte immer wieder während einer Thailandreise und man sollte ruhig ein Stück dieses thailändischen Lebensgefühls mit nach Hause nehmen.

Religion in Thailand

95% aller Thailänder bekennen sich zum Buddhismus, der sich an allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens wieder findet. Die verbleibenden 5% verteilen sich überwiegend auf den Konfuzianismus und Taoismus, was auf den etwa zehnprozentigen Anteil der chinesischen Bevölkerung zurückzuführen ist. Hinduisten, Christen, Muslime und auch Anhänger von Naturreligionen teilen sich die übrigen Prozente.

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts ist der Buddhismus in Thailand Staatsreligion, es wird der Theravada-Buddhismus praktiziert, die so genannte „Lehre der Alten“, die eher konservativ ist und darauf beruht, dass  nur wenige Auserwählte zur Erleuchtung gelangen können. Die zweite Linie des Buddhismus, der Mahayana-Buddhismus, entstand parallel schon etwa 100 Jahre nach Buddhas Tod. Dieser ist eher volksnah und soll möglichst vielen Gläubigen den Weg ins Nirvana weisen. Beide Formen des Buddhismus zeigten sich von jeher aufgeschlossen gegenüber anderen Religionen, orientierten sich an bestehenden Kulturen oder vermischten sich sogar, weshalb der Buddhismus fast auf der ganzen Welt als eine der tolerantesten Glaubensrichtungen angesehen wird.  

Der Buddhismus prägt nicht nur das Leben der Thailänder, er ist überall im Alltag gegenwärtig. Schon sehr früh am Morgen gehen die Mönche der Klöster in Thailand ihre Wege, um Spenden von den Bewohnern für den Tag zu sammeln. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um ein lokales Dorf handelt oder die Hauptstadt Bangkok, die Bilder wenn die Mönche in ihren orangefarbenen Roben und silbernen Almosenschalen durch die Straßen ziehen, gleichen sich. Besonders schön sind die morgendlichen Almosensammlungen zum Beispiel in Sanghklaburi, einem kleinen Ort nahe der burmesischen Grenze.  Diesen kann man sogar auf der Rundreise „Thailands ursprünglicher Westen mit Drei Pagoden Pass“ beiwohnen. Aber auch bei einem kurzen Stoppover in Bangkok bietet sich die Möglichkeit, die Mönche vor Sonnenaufgang zu beobachten, so beim Ausflug Bangkok erwacht.

Jeder thailändische Mann sollte außerdem einmal in seinem Leben in einem Kloster gewesen sein. Dies geschieht meist temporär und schließt sich oftmals direkt an den Schulabschluss an. In der Regel gehen junge Thailänder für drei Monate ins Kloster, mit Beginn von khao phansaa, der thailändischen Fastenzeit (etwa im Juli) und sie verlassen es wieder zu ook phansaa, dem Fest zum Ende der Fastenzeit.

Reisende nehmen den Buddhismus aber nicht nur durch die zahlreichen Tempel und Klöster sowie die Mönche, denen man allerorts in Thailand begegnet. Ein anderes Beispiel für die alltägliche Gegenwärtigkeit des Glaubens sind die so genannten Geisterhäuschen, die zeigen, dass sich der Buddhismus mit anderen Religionen und auch Naturglauben vermischt hat. Ganz gleich, ob privates Haus, öffentliches Gebäude oder ein Hotel – zur Einweihungsfeier, zu der meist auch die Mönche geladen werden, wird ein Geisterhäuschen aufgestellt, das den Geistern des Grundstücks ein zu Hause bieten soll, da man ihnen durch den Neubau etwas von ihrem eigentlichen Lebensraum genommen hat. Durch tägliche Gaben und Räucherstäbchen werden diese Geister „bei Laune gehalten“ und sollen das Haus vor bösen Einflüssen schützen.

Thailand ist außerdem eines der Länder mit den meisten Feiertagen, viele diese Feste im thailändischen Kalender sind buddhistischen Ursprungs.

 

Mönche beim Frühstück im Kloster in Sangkhlaburi

Thailands sprache

Die Landessprache ist Thai, darüber hinaus gibt es zahlreiche Dialekte. Thai ist eine tonale Sprache, d.h. jede Silbe trägt verschieden Töne und daraus folgt die unterschiedliche Bedeutung der Worte. Die Sprache hängt außerdem davon ab, ob ein Mann oder eine Frau, ein jüngerer oder ein älterer Mensch spricht oder angesprochen wird. Die thailändische Schrift soll zur Regierungszeit von König Ramkhamhaeng entstanden sein.

In wirtschaftlich bedeutenden Städten und den touristisch entwickelten Regionen in Thailand, wie z.B. Bangkok, Chiang Mai, Phuket, Khao Lak und Koh Samui, um nur einige zu nennen, wird englisch gesprochen. Reist man durch eher ländliche Gebiete, wie beispielsweise durch den Isaan, kommt man mit der englischen Sprache nicht weiter und sollte vielleicht ein paar Grundkenntnisse der thailändischen Sprache im Reisegepäck haben.  

Währung | Zahlungsmittel | Umtausch in Thailand

Der Baht ist die thailändische Landeswährung und unterteilt sich in 100 Satang. Ein Euro entspricht umgerechnet rund 40 Baht (Stand 2013).

Als Zahlungsmittel in Thailand werden in Hotel, Geschäften oder Restaurants Bargeld und meist auch alle gängigen Kreditkarten, wie Mastercard, Visacard, Diners oder American Express, akzeptiert. Reist man eher durch weniger touristisch entwickelte Regionen oder wohnt eher in einfachen, landestypischen Hotels in Thailand, sollte man ausreichend Bargeld bei sich haben. Auch Reiseschecks können in thailändischen Banken oder größeren Hotels eingetauscht werden, dies kommt allerdings immer mehr aus der Mode.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein Umtausch in Thailand und nicht schon vor der Reise in Deutschland, da dies in der Regel mit hohen Gebühren verbunden ist. Sicher und schnell bekommt man thailändische Baht per EC Karte oder Kreditkarte am Geldautomaten (ATM), die inzwischen in allen Städten und auf den Inseln vorhanden sind. Hier wird der aktuell internationale Umrechnungskurs angewendet und es fällt eine Gebühr an, die von der heimischen Bank abhängig ist. Dies kann man vor der Reise erfragen. An einigen Automaten wird eine Servicegebühr berechnet, in der Regel wird darauf hingewiesen.

Außerdem kann in allen Banken, größeren Hotels oder in lizensierten Wechselstuben Bargeld getauscht werden. Euro werden überall in Thailand eingetauscht, es ist nicht notwendig US Dollar mit sich zu führen.

Stromversorgung in Thailand

In Thailand gibt es Wechselstrom mit einer Stärke von 220 Volt/50 Hertz. In internationalen Hotels können in der Regel die in Deutschland gebräuchlichen Stecker verwendet werden, anderenfalls und insbesondere für Reisen in abgelegene Regionen Thailands empfiehlt es sich, einen Adapter im Reisegepäck zu haben. Diese werden auch in vielen Supermärkten in Thailand angeboten.

Infrastruktur in Thailand

Thailand ist eines der am weitesten entwickelten Länder in Südostasien und verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Neben 30 Flughäfen, von denen sechs internationale Anbindungen haben, ist auch das Straßennetz perfekt ausgebaut. Große Städte in Thailand sind durch so genannte Highways (vergleichbar mit Autobahnen) verbunden und auch als Ausländer kann man sich, unter der Voraussetzung, dass man englische Sprachkenntnisse hat, bequem mit einem Mietwagen durch Thailand bewegen.

Thailands Bahn verkehrt ebenfalls auf einer Gesamtstrecke von knapp 5.000 Kilometern zwischen den größeren Städten, dies ist allerdings ein sehr langsames Verkehrsmittel und nicht mit dem Schienennetzt in Deutschland vergleichbar. Nur wer auf Komfort verzichten kann, Verspätungen oder auch mal Zugausfälle bei der Reiseplanung mit berücksichtigt, sollte sich für eine Reise mit dem Zug durch Thailand entscheiden. Mit der thailändischen Bahn zu reisen ist also eher eine nostalgische Art, sich im Land fortzubewegen. Dies kann allerdings auch ein luxuriöses Erlebnis sein, nämlich bei einer Fahrt mit dem „Eastern & Oriental Express“, der auf der Strecke von Bangkok nach Singapur bzw. in umgekehrter Richtung verkehrt.

Die zahlreichen Inseln in Südthailand oder im Golf von Siam lassen sich perfekt mit den öffentlichen Fähren oder Schnellbooten erreichen. Auf kürzeren Strecken zwischen den einzelnen Inseln oder dem Festland fahren auch so genannte Longtailboats – mit einem Außenbordmotor angetriebene lokale Holzboote. Bitte achten Sie darauf, bei allen Fähr- oder Bootstransfer Ihren Reisepass dabei zu haben.

In eher ländlichen Gebieten, wie in einigen Bergregionen in Nordthailand oder auf den kleinen Inseln, wie zum Beispiel auf Koh Phayam, ist meist das Moped das einzige Fortbewegungsmittel.

Auch das Telefon- und Mobilfunknetz ist in ganz Thailand, einschließlich der zahlreichen Inseln, perfekt ausgebaut und so lässt es sich entweder vom Hoteltelefon oder mit dem eigenen Handy ganz einfach telefonieren. mehr Informationen

Sicherheit | Reisen mit Kindern in Thailand

Thailand gilt trotz vieler Regierungswechsel als sicheres Urlaubsland. Wertsachen, Kreditkarten und nicht benötigtes Bargeld sollte im Hotelsafe aufbewahrt werden. Frauen sollten am Abend nicht mehr allein am Strand spazieren oder durch abgelegenen, dunkle Straßen laufen, wobei eine evtl. Gefahr durch Überfälle nicht unbedingt von Einheimischen ausgehen muss, sondern auch durch andere Touristen besteht.

Die Thais sind für ihre Gastfreundschaft bekannt. Kinder sind überall gern gesehene Gäste und werden überall herzlich empfangen. Viele Hotels und Resort, insbesondere in den touristisch perfekt entwickelten Regionen bieten auch Kinderclubs, Spielplätze sowie Extra Menüs für die Kleinsten oder wechselnde Aktivitäten an.

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