Monsun

Der Begriff Monsun kommt aus dem arabischen und bedeutet eigentlich Jahreszeit. Er wurde durch frühe, arabische Seefahrer benutzt, weshalb seine ursprüngliche Bedeutung eigentlich „für Seefahrer geeignete Jahreszeit“ war. Deshalb verbreitete sich der Begriff Monsun überwiegend auf der Nordhalbkugel im Indischen Ozean und zum Teil noch im angrenzenden Pazifikraum, wo er bis heute den jahreszeitlichen Wechsel der tropischen (Passat) Winde entlang des Äquators beschreibt.

Monsun in unseren Beschreibungen zum Reisewetter
In unseren Reisewetterbeschreibungen verwenden wir den Begriff Monsun vollkommen anders. Wir beschreiben damit nur die Übergangsperioden zwischen dem Wechsel der Windrichtungen, die ganz besondere Wetterphänomene aufweisen können und oft auch die Zeiten des Jahres mit extremen Wettererscheinungen sind.

Der Monsun im Indischen Ozean (Nordhalbkugel)
Im Indischen Ozean gibt es den sogenannten Sommermonsun (Mai bis Oktober), der kräftig ausgeprägt ist und aus südwestlicher Richtung weht. Er entsteht am Äquator über den Weiten des Indischen Ozeans und bringt viel Feuchtigkeit mit sich, weshalb er in den tropischen Regionen des Indischen Ozeans oft auch mit der Regenzeit gleichgesetzt wird.

Der Wintermonsun ist in der Region des Indischen Ozeans deutlich schwächer in seiner Windstärke und entsteht über dem nördlichen China/der Mongolei. Er ist ein typischer Landwind, der trockene und bis in die tropischen Regionen kühlere Luft, mit einem sehr beständigen Klima, mit sich bringt.

 Kerala unter Wasser während des Monsuns

Der Monsun im Pazifik (Nordhalbkugel)
Im Kerngebiet des Pazifiks ist der Begriff „Monsun“ nicht gebräuchlich, er wird lediglich im Gebiet der Randmeere, zwischen den Philippinen, Vietnam und Indonesien benutzt. Geläufiger sind im pazifischen Raum die Begriffe Nordostpassat und Südostpassat, wobei letzterer auf der Südhalbkugel weht.
Im Einflussbereich des Pazifiks machen sich Besonderheiten durch die Lage von Landmassen besonders bemerkbar, was auf den Philippinen eine besonders große Rolle spielt. Für die pazifischen Regionen auf der Nordhalbkugel gilt im Allgemeinen folgende Faustregel:
Je weiter westlich man sich im Pazifik befindet, desto mehr gelten die Monate November bis März als die regenarmen Monate oder Trockenzeit, wobei alle Passatwinde im Pazifik vergleichsweise viel Feuchtigkeit mit sich bringen und regionale Unterschiede sehr groß sein können. Zwischen Mai und Oktober  ist die Luftfeuchtigkeit in vielen Regionen sehr hoch und die Monate Juni und Juli gelten als die niederschlagsreichsten.

Monsun in unserer Terminologie (siehe oben) herrscht auf der Nordhalbkugel von Mitte Oktober bis Mitte November und im April, wobei die Herbstmonate oft die schwersten Wirbelstürme mit sich bringen. Wirbelstürme im Pazifik sind flächenmäßig die größten und meist oft die schwersten auf der Erde. So erzeugt im Jahr 2013 der Wirbelsturm Haiyan Windgeschwindigkeiten von knapp unter 400 km/h. Normalerweise heißen diese Wirbelsturmsysteme im Pazifik „Zyklone“ im Bereich der nordwestlichen pazifischen Tropengebiete (Philippinen) werden sie wie in Südostasien „Taifune“ genannt.

Der Monsun im Pazifik (Südhalbkugel)
Auch für die pazifischen Regionen auf der Südhalbkugel gilt die Unterteilung in zwei Jahreszeiten, wobei auch hier die regionalen Unterschiede erheblich sind. Grundsätzlich gilt, dass die Monate April/Mai bis Oktober als beste Reisezeit und Trockenzeit und so auch bis auf wenige Ausnahmen für fast alle Inseln Indonesiens und hier insbesondere für Bali, Lombok, Flores, Sulawesi und Java gelten. Besonders trocken in dieser Zeit sind die Inseln weiter ostwärts.
Die Monate November bis März gelten als Regenzeit, wobei hier aber nicht die Übergangsmonate zwischen Regen- und Trockenzeit und umgekehrt als die regenreichsten gelten, sondern die Monate Dezember und Januar.
Je weiter nach Westen man in diesem Bereich kommt, desto schwächer sind die Regenzeit und die extremen Wettererscheinungen. Auf Grund der Nähe zum Äquator sind die indonesischen Inseln aber nicht von schweren tropischen Wirbelsturmsystemen (Taifune/Zyklone) betroffen und die Übergänge zwischen den Jahreszeiten sind sanfter.