Reiseknigge für Indien

Sitten, Gebräuche & andere Fettnäpfchen

Der Subkontinent bietet interessante Kulturen und diverse religiöse Bräuche, wodurch Indien viele Touristen anlockt. Dazu ist das Volk sehr gastfreundlich und tolerant. Bei einem Besuch des Landes sollten dennoch einige Sitten beachtet und kulturelle Besonderheiten respektiert werden. Nachfolgend ein paar Tipps, damit Sie vor Ort den wichtigsten Fettnäpfchen aus dem Weg gehen können.

Begrüßung in Indien

Zur Begrüßung

In Indien begrüßt man seinen Gegenüber nicht wie bei uns üblich mit einem Händedruck, sondern in dem man die Handflächen aneinander gelegt in Höhe der Brust hält und den Kopf leicht senkt. Das respektvolle Namaste ist die übliche Begrüßung in Indien und bedeutet so viel wie „ich verbeuge mich vor dir“.

Die Verständigung

Das größte Verständigungsproblem zwischen Europäern und Indern ist sicher das Kopfschütteln. Bedeutet es nun nein oder ja? Selbst Indienkenner werden die Gestik falsch interpretieren. Das ja sieht schließlich unserem nein sehr ähnlich und wird durch ein eher lockeres Schlenkern des Kopfes von links nach rechts unterstützt, wohingegen das nein eher einem Zucken zur Seite ähnelt.

Beim Essen

Wird nach traditioneller Weise gegessen, sollte darauf geachtet werden, dass nur die rechte Hand genutzt wird. Die linke Hand gilt in Indien als unrein. Auch sollten Speisen nicht mit der Linken serviert  und niemand mit der linken Hand berührt werden.

Während der Besichtigungen

Wenn Tempel besichtigt werden, müssen die Schuhe ausgezogen werden. Wer nicht barfuß auf dem Boden laufen möchte, kann sich Socken anziehen. Zudem gelten auch die Füße in Indien als Unrein und die Fußsohlen sollten weder Menschen noch religiösen Stätten entgegengestreckt werden.

Für die Besichtigungen sollte leichte Baumwollbekleidung eingepackt werden, Lange Hosen und Schulter bedeckende Oberteile sind sowohl für Männer als auch für Frauen obligatorisch.

Inder im Palast

südindisches Paar

Inderin im bunten Sari

Fotografieren

Wenn Fotos von Menschen aufgenommen werden, sollte grundsätzlich vorher um Erlaubnis gefragt werden. Viele Inder freuen sich darüber und werden in der Regel gern fotografiert. Falls jemand nicht fotografiert werden möchte, solle der Wunsch respektiert werden.

Auch wenn die unbeschreibliche und interessante Kultur Indiens mit bunten Tempelfesten und Verbrennungszeremonien eine für uns unbekannte Welt eröffnen und die Erlebnisse für uns sicher einmalig sind, sollte trotzdem bedacht werden, dass es sich um religiöse Zeremonien handelt oder die Familie Abschied von einem geliebten Menschen nimmt. Beobachten Sie lieber das Geschehen aus der Ferne und würdigen Sie die Ereignisse, indem Sie auf Fotografien verzichten oder diese zumindest stark minimieren und das Blitzlicht abstellen.

In Sehenswürdigkeiten ist das Fotografieren nicht immer erlaubt, teilweise muss für eine Genehmigung eine Kameragebühr gezahlt werden.

Während des Strandurlaubs

Generell wird es in Indien als unangebracht angesehen, wenn zu viel nackte Haut gezeigt wird. Auch wenn der Anblick von Weißen in Badesachen sicher weit verbreitet und nichts Ungewöhnliches mehr für die einheimische Bevölkerung ist, sollte trotzdem auf Oben-ohne-Baden verzichtet werden. Schließlich gehen indische Frauen noch heute voll bekleidet baden und dementsprechend ist vorstellbar, welchen Kulturschock die Inder, vor allem an manchen Stränden Goas, erleiden. Das Nacktbaden ist verboten.

weitere Unsittlichkeiten

Während es in Indien ganz normal ist, wenn zwei gleichgeschlechtliche Menschen Händchen haltend durch die Straßen laufen und somit ihre Freundschaft bekunden, ist es andererseits verpönt, wenn sich ein Liebespaar Hand in Hand zeigt. Das Land ist in dieser Hinsicht eher prüde und es empfiehlt sich, auf Küsse in der Öffentlichkeit gänzlich zu verzichten.