Kambodscha Informationen & Kambodscha Reisetipps

Kleiner Junge auf Liana in Angkor

Das Königreich Kambodscha, ein Land mit sehr wechselvoller Geschichte! Das Reich der Khmer erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit bei Touristen. Mit etwa 181.000 km² ist das Land halb so groß wie Deutschland und mit ca. 14,2 Millionen Einwohnern viel dünner besiedelt. Die Hauptstadt des Königreiches ist Phnom Penh mit ca. 2 Millionen Einwohnern. Das Land grenzt an Thailand, Laos, Vietnam und den Golf von Thailand, was ausgezeichnete Reisekombinationen ermöglicht.
Kambodschas Flora und Fauna ist sehr artenreich. Ein Großteil des Landes ist noch immer mit Urwald bedeckt, so findet man viele vom Aussterben bedrohte Baumarten, wie den Schwarzholzbaum oder den siamesischen Rosenholzbaum, die in Kambodscha noch heimisch sind. Dazu gibt es in den kambodschanischen Wäldern noch Tiger und Leoparden sowie malaiische Sonnenbären. Naturliebhaber kommen aber nicht nur wegen seltener Tier- und Pflanzenarten auf ihre Kosten, denn für die Fruchtbarkeit des Landes ist der mächtige Mekong verantwortlich. Auch der Tonle Sap See zieht jährlich viele Besucher an, die das bunte Treiben rund um und auf dem See bestaunen können.

Geographie

Kambodscha gehört geographisch zu Hinterindien und zu Südostasien, das Land liegt südlich des 15. Breitengrades. Mit einer Landfläche von etwa 181.035 km² ist Kambodscha nur halb so groß wie Deutschland, aber mit zahlreichen Flüssen und einer schier atemberaubenden Landschaft verzaubert es auch auf kleinster Fläche jährlich Millionen Besucher.

Die Ost-West-Ausdehnung beträgt an der größten Stelle rund 580 km, Nord-Süd sind es maximal 450 km. Etwa zwei Drittel Kambodschas gehören zum Kambodschanischen Becken, das nach drei Seiten hin von Gebirgen begrenzt wird – im Westen sind es die Cardamon-Berge, im Südwesten die Elefanten-Berge (auch unter dem Namen Damrei-Gebirge bekannt).
Der Norden des Beckens wird begrenzt durch das Dangrek-Bergland und die östliche Grenze nach Vietnam wird vom nahezu unzugänglichen Moi-Gebirge gebildet. Die ca. 340 km lange Küstenlinie zum Golf von Siam im Südwesten ist der einzige Meerzugang Kambodschas.
Im Nordwesten bildet Kambodscha eine gemeinsame Grenze mit Thailand, im Norden zu Thailand und Laos, im Südosten und Osten nach Vietnam und im Südwesten schließen sich die 64 vorgelagerten Inseln Kambodschas im Golf von Thailand an, wie zum Beispiel Koh Kong und Koh Rong. Die zweite wichtige Komponente der Landschaftsgestaltung sind nach den Gebirgen dann die Flüsse und Seen, die Kambodscha so fruchtbar machen.
Der wohl bedeutendste Strom ist der Mekong, gefolgt vom Tonle Sap Fluss, der im gleichnamigen See mündet. Alle Ströme entspringen dem Himalaya und durchfließen Kambodscha in Nord-Süd-Richtung.

Übersicht Kambodscha Karte

Geschichte

Das Funan-Reich (1.-6. Jahrhundert)

Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus wuchs der Einfluss und die Bedeutung Indiens durch Zuwanderung indischer Händler im südlichen Kambodscha und Vietnam immer mehr. Entstanden ist das eigentliche Funan-Reich Forschern zufolge im 2. Jahrhundert in der Region um das Mekongdelta. Die Berge in der Region wurden nach hinduistischem Glauben als Sitz der Götter verehrt. So überrascht es auch nicht, dass der Name Funan übersetzt „König der Berge“ bedeutet und die Herrscher des Reiches bezeichnet. Gelebt hat man in den noch heute bekannten Pfahlbauten, aber auch Sakralbauten aus Ziegeln konnten bei Ausgrabungen entdeckt werden. Man fand hierbei außerdem zahlreiche Gegenstände des täglichen Gebrauchs und Schmuck, der auf den Wohlstand des Reiches schließen lässt. Schon chinesische Reisende hatten einst vom schillernden Reichtum Funans geschwärmt, in dem man mit Gold, Silber, und Perlen bezahlte.
Die Hauptstadt vermutete man in Vyadharapura, der „Stadt der Jäger“ nahe dem heutigen Phnom Penh. Die meisten Bewohner lebten vom Fischfang, dem Gewürzhandel mit Indien und China, dem Anbau von Reis und dem florierenden Handel, der den meisten Orten nahe der Küste Wohlstand und Reichtum brachte. Die Bevölkerung bezeichnet man heute als Vorfahren der Khmer, sie werden chinesischen Berichten zufolge als dunkelhäutig mit krausem Haar beschrieben. Unter ihnen fanden sich zugewanderte indische Handelsleute und Bauern, aber auch Piraten und Seefahrern. Letztere bauten das Delta zu einem verzweigten Bewässerungssystem für die Reisfelder, aber auch für die Schiffe aus Arabien aus. Viele dieser ausgedehnten Wasserstraßen kann man heute noch aus der Vogelperspektive erkennen. Genutzt wurden sie von den indischen und arabischen Handelsschiffen, um das gefährliche Kap Ca Mau zu umfahren.
Einer Legende nach kam es zum Krieg der Funan-Königin Soma mit einem indischen Brahmanen auf hoher See. Nachdem er ihr Schiff mit einem einzigen Pfeil durchbohrte, musste sie sich ergeben und wurde seine Frau. Damit war der Grundstein der Funan-Dynastie gelegt. Weiterhin soll der Vater Somas, ein König der Nagas, dem Meer entstiegen sein und das gesamte Wasser getrunken haben, bis neues Land geboren war. Hiermit meinte man die zentrale Ebene um den Tonle Sap See bis zur Mündung des Mekong. Er schenkte es nach dessen Erschaffung seinem neuen Schwiegersohn, dem Brahmanen. Die größte Ausdehnung erreichte Funan im 3. Jahrhundert, die Handelsrouten reichten über Südkambodscha, Südvietnam und Südthailand bis in den Süden Myanmars. Im Jahr 270 n Chr. kam es zum Krieg mit den Cham in der chinesischen Provinz Tongking, als Resultat daraus wurde Funan 357 n. Chr. zum Vasallenstaat des chinesischen Königreichs.
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts regierte König Kaundinya, er führte den Shivaismus als Staatsreligion, Sanskrit als Amtssprache und den indischen Shaka-Kalender ein. Außerdem begann er die Tradition, dass die Namen der folgenden Könige auf „varman“ enden sollten. Diesen Brauch übernahm man sogar im Angkor-Reich, Übersetzungen zufolge bedeutete die Endung „beschützt durch“.
Das Funan-Reich blühte durch den Welthandel geradezu auf, doch am Ende des 6. Jahrhunderts verlor es seine macht nach und nach. Im Jahr 550 n. Chr. erreichte das Chenla-Reich, welches vorher Funan untergeordnet war, seine Unabhängigkeit und übernahm ab dem 7. Jahrhundert eine führende Rolle.

Das Angkor-Reich

Als Erschaffer des Angkor-Reiches nennt man in den Aufzeichnungen Jayavarman II., der im Jahr 790 von der indonesischen Vulkaninsel Java zurückkehrte. Nachdem er wieder in Kambodscha angekommen war, nahm er an einem Ritual teil, dass es der Regierung Javas unmöglich machen sollte, Kambodscha zu beanspruchen. Durch Zusammenschlüsse der einzelnen Regionen Kambodschas und der Heirat in eine einflussreiche Herrscherfamilie des Angkor-Reiches einigte er das Land und ernannte sich im Jahr 802 selbst zum König. Er erhielt damit nicht nur die Herrschaft über das Land und die Menschen, sondern durfte auch über alle geistigen und materiellen Ressourcen verfügen – die Menschen stellten ihn einem Gott gleich. Da auch alle folgenden Könige „vergöttlicht“ wurden, wollten diese auch nach dem Tod nicht auf diese Ehrung verzichten und ließen noch zu Lebzeiten prächtige Bauten schaffen, in denen die Khmer (Einwohner Kambodschas) ihnen selbst und den Ahnen huldigen konnten. So entstand ein faszinierendes Bauwerk nach dem anderen, diese wurden immer imposanter und filigraner. Die Gesichter der Könige thronen innerhalb der Tempel und die schier endlosen Reliefs an den Wänden erzählen Geschichten aus der Zeit der Könige. Der Grundstein für die heute bekannten Angkor-Tempel und den damit verbundenen Zauber war geboren. Er regierte 48 Jahre und gab die Regentschaft an seinen Sohn Jayavarman III. ab, der Aufzeichnungen zufolge nicht lange lebte. Seine Nachfolger waren Mitglieder der Herrscherfamilie, in die sein Vater einst einheiratete.

Viele weitere Details zum bedeutenden Angkor Reich finden Sie hier

Eingang zum Banteay Srei Tempel

Gesichtstürme am Bayon Tempel in Angkor Thom

Apsara Tänzerinnen in Angkor Wat

Balustraden am Eingang zur Tempelstadt Angkor Thom

Das 17. und 18. Jahrhundert

Zwischen dem 17. Jahrhundert und der Ankunft der Franzosen im Jahr 1863 regierten mehrere Könige, die immer wieder gezwungen waren, Hilfe bei den Siamesen oder den Vietnamesen zu suchen. Die Herrscher der Ngyuen-Dynastie in Vietnam sagten ihre Unterstützung unter der Bedingung zu, dass sie sich im heutigen Südvietnam niederlassen dürfen. Dieser Teil gehörte damals zu Kambodscha und wird auch heute noch als „Niederkambodscha“ bezeichnet. 1807 erließen die Vietnamesen ein Protektorat in Kambodscha, dass sie von Vietnam aus regierten.
In den Jahren 1840/1841 kam es zu einem gewaltigen Aufstand gegen die Herrschaft der Vietnamesen auf kambodschanischem Boden. Resultat daraus war eine Verständigung der Vietnamesen mit den Siamesen – man einigte sich auf eine Doppelherrschaft über das Königreich Kambodscha. Das Königreich Siam übernahm unterdessen große Teile Nordwestkambodschas rund um Siem Reap und Battambang. Im 18. Jahrhundert hatten die Siamesen die kambodschanische Königsfamilie so fest unter ihrer Kontrolle, dass ein Khmer-König sogar in Bangkok gekrönt wurde. 1854 nahm der regierende König Ang Duong Kontakt zu Frankreich auf und bat den französischen Kaiser Napoleon III. um Schutz gegen Vietnam und Siam. Das Treffen beider Parteien auf kambodschanischem Boden wurde von den Siamesen erfolgreich verhindert.

Französische Herrschaft in Kambodscha

Frankreich erklärte Kambodscha 1863 zur Protektorat und unterstützte das Königreich mit Militärausrüstung, um eine damals entstanden Rebellion zu unterschlagen. Im Gegenzug verlangte Frankreich, das Gebiet Kambodscha nach Gold und Erzen erkunden zu dürfen, denn es war bekannt, dass das Königreich reich an Bodenschätzen war. Im Jahr 1867 unterschrieben Frankreich und Siam einen Vertrag, nach dem die Siamesen weiter über die Provinzen Siem Reap und Battambang herrschen dürfen, aber die Interessen Frankreichs im Königreich Kambodschas im ehemals siamesischen Vasallenstaat anerkannt werden.
Im Jahr 1884 erreichte ein französischer Gouverneur Kambodscha auf einem Kanonenboot, sein Ziel war es einen Vertrag auszuhandeln, der mehrere Reformen, die Abschaffung der Sklaverei und das Recht auf privaten Landbesitz. Der kambodschanische König Norodom (regierte von 1860-1904) wollte dem erst nicht zustimmen, war aber von der Macht der Franzosen so eingeschüchtert, das er wenig später nachgab. Durch die Unterschrift des Königs wurde Kambodscha im gleichen Atemzug  offiziell zur Kolonie Frankreichs.
IM Jahr 1887 wurde Kambodscha Teil des neu entstandenen Gebietes Indochina, welches aus der Region Tongking (Nordvietnam, Grenze China), Zentralvietnam und Kambodscha bestand (Laos kam 1893 hinzu). Der Konflikt zwischen den Vietnamesen und Kambodschanern hielt dennoch weiterhin an. 1907 unterzeichnete Siam auf Drängen von Frankreich ein Abkommen, das den Siamesen die Macht über Siem Reap und Battambang aberkannte. Dies wurde aber nach einem kurzen Krieg im Jahr 1939 zwischen Frankreich und Thailand wieder rückgängig gemacht.

Der 2. Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg erlaubten die Franzosen den Japanern eine Stationierung in Indochina, was eine Abhängigkeit der indochinesischen Staaten von Japan zur Folge hatte. 1939 erlangte König Norodom  Sihanouk auf den Thron, er wurde später von den Japanern ermutigt, Kambodscha für unabhängig zu erklären, um sich von seinem Kolonialherren Frankreich zu lösen. Diesem Vorschlag ging er am 13.03.1945 nach, er erklärte die Unabhängigkeit des Königreiches Kambodschas.
Nach der Kapitulatin Japans im August 1945, kamen die Franzosen zurück nach Indochina – Resultat war die Trennung des Mekongdeltas von Kambodscha und die Eingliederung dessen in das französische Protektoriat Cochinchina.
Am 09.11.1953 erhielt Kambodscha die vollständige Unabhängigkeit von Frankreich, dies wurde während de Indochina-Konferenz in Genf am 20.07.1954 offiziell bestätigt. Nach der Indochina-Konferenz im Jahr 1954 wurde die Region um das Mekongdelta dann Vietnam angegliedert.

Unabhängigkeit Kambodschas

1955 trat König Norodom Sihanouk nach jahrelangen Konflikten mit seinen inländischen Gegnern zurück und sein Vater Norodom Suramarit bestieg den Thron Kambodschas. Der einstige König Norodom Sihanouk widmete sich ab jetzt der Politik und gründete  die Sangkum Reastr Niyum, die Partei der Sozialistischen Volksgemeinschaft. Er dominierte in den kommenden 15 Jahren die Politik Kambodschas maßgebend. Bis zum Tod seines Vaters, dem amtierenden König, war er Premierminister, anschließend Staatschef, da kein neuer König gekrönt wurde. Nachdem Sihanouk Kambodscha von den USA lossagte, widmete er sich mehr der Pflege der Beziehung zu den Vietcong und China und gestattete diesen sogar bei Kampf gegen Südvietnam und die USA, kambodschanisches Gebiet zu nutzen. Nach einem Bauernaufstand 1967 ging Sihanouk nun davon aus, dass die größte Gefahr für seine Politik, die einst den rechten Kräften zugewandt war, nun die linke Macht war. Gemeinsam mit der Armee begann er eine Regierung, die die Linken stark unterdrückte. 1969 begannen die USA mit dem Plan der Bombardierung an einigen Stellen Kambodschas, an denen sie kommunistische Lager vermuteten. Große Teile Ostkambodschas wurden in den Jahren 1969-1973 bombardiert, bis dem durch den Kongress 1973 Einhalt geboten wurde.

Die Anfänge der Roten Khmer

Der Konflikt zwischen den rebellierenden Linken und der Armee Kambodschas wuchs immer mehr, die macht Sihanouks sank indes zusehends. Während einer Reise nach Frankreich wurde Sihanouk abgesetzt und durch Lon Nol als Staatschef mit Zustimmung der USA ersetzt. Unter Lon Nol gab es mehrere Progrome gegen die vietnamesischen Einwohner Kambodschas, die Tausende von ihnen zur Flucht zwangen. Sihanouk ging daraufhin nach Peking und gründete dort eine Exilregierung, die die revolutionäre Bewegung in Kambodscha kontrollierte. Diese nannte er Khmer Rouge – französisch für „Rote Khmer“. Und so begannen die dunkelsten Jahre der Geschichte Kambodschas.
Durch Sihanouk konnten die Rebellen in Kambodscha immer mehr Anhänger werben und gewannen immer mehr an Stärke und Ausmaß.
Unterdessen war die Armee der Vietcong und Nordvietnams in Kambodscha angekommen und versuchten von hier, ihren Kampf gegen Südvietnam und die USA zu führen. Am  30.04.1970 fielen Militärgruppen Südvietnams und der USA in Kambodscha ein, um die gegnerischen Truppen Nordvietnams/Vietcong zu vertreiben. Resultierend daraus haben sich die kommunistischen Vietcong weiter ins Landesinnere Kambodschas zurückgezogen und bildeten somit eine Gefahr in den Augen Lon Nols. Da das Lon Nol Regime wurde indes immer unbeliebter im Land, denn noch nie war eine Regierung so von Habgier und Korruption getrieben wie diese. Immer wieder kam es zu blutigen Auseinandersetzungen, die zu Armut und Elend unter den Einheimischen führten und Millionen vom Land in die Städte trieben. Mehrere hunderttausend Menschen verloren ihr Leben bei Kämpfen in den Jahren 1970-1975.
Die Roten Khmer erklärten es sich zum Ziel, das Lon Nol Regime zu stürzen. Unterstützt wurden sie hierbei von den Armeen Nordvietnams. 1973 gelang die Niederschlagung Lon Nols durch Nordvietnam, da diese viel mehr Kampferfahrung und eine bessere Ausrüstung hatten als die Armee der Roten Khmer. Angeführt wurden die Roten Khmer von Pol Po und Khieu Samphan, diese waren bereits in den 1960er Jahren in den Dschungel geflohen, um sich den Strafen des Gesetzes zu entziehen. Einen Großteil der ländlichen Gebiete wurde von den Rebellen übernommen, die Provinzstädte waren von der Hauptstadt Phnom Penh abgeschnitten. Am 17.04.1975 musste sich auch Phnom Penh ergeben, die Roten Khmer Namen die Hauptstadt ein.

Viele weitere Details zur Herrschaft und dem Niedergang der Roten Khmer finden Sie hier

Geborgene Knochen aus den Massengräbern

Ehemaliges Sicherheitsgefängnis 21 in Phnom Penh

Bevölkerung

In Kambodscha leben etwa 13,4 Millionen Menschen, allein in der Hauptstadt haben sich rund zwei Millionen Kambodschaner niedergelassen.
Etwa 85-90 % der Bevölkerung sind Khmer, Kambodscha ist damit das homogenste Land Südostasiens. Diese unterscheiden sich optisch gravierend von den Einwohnern der Nachbarstaaten. Die Gesichter sind eher rund und wirken weicher, die Kinnpartien sind im Normalfall breiter und betont eckig. Das offene und heitere Wesen der Khmer ist über die Landesgrenzen bekannt, ebenso wie die traditionelle Kopfbedeckung der Frauen – das rot-weiß-karierte Krama-Tuch.
Sie leben meist in Großfamilien und leben den Buddhismus, gepaart mit animistischen Vorstellungen vom Leben. Man sagt ihnen nach, einen nicht so ausgeprägten Geschäftssinn zu haben, weswegen man sie auch nicht so häufig in hohen Positionen des Handelswesens antrifft.
Mit 5% sind die Vietnamesen die größte Minderheit in Kambodscha, sie leben hier häufig als Händler in den Städten oder als Fischer bzw. Bauern auf dem Land.
Die Chinesen nehmen etwa 1 % der Bevölkerung Kambodschas ein und sind vor allem im Handel tätig, sie leben zumeist in den Städten.
Die Cham (ca. 4%)  sind eine Minderheit mit malaiischem Ursprung. Sie gehören dem islamischen Glauben an und wurden deswegen von den Roten Khmer brutal verfolgt. Heute leben sie als Bauern und Fischer in 200 Dörfern nahe dem Mekong oder an den Küsten am Meer. Die Kinder der Cham besuchen eine Koranschule, es wurden Betsäle und Moscheen erbaut.
Eine der kleinsten Minderheiten stellen die Bergvölker (ca. 2 %) dar, die sich in 21 verschiedene Stämme gliedern. Sie siedeln in den eher unwegsamen Gebieten in Nordkambodscha (Rattanakiri, Mondulkiri und Stung Treng).

Religion

Bereits 1947 wurde der Buddhismus zur Staatsreligion in Kambodscha ernannt, 1989 erlangte diese Religion erneut den offiziellen Status der Vorreiterreligion. Die Könige Angkors sahen sich selbst als Inkarnation Bodhisattva Avalokiteshvara und gehörten demnach dem Mahayana-Buddhismus an. Bereits zu dieser Zeit fand der Buddhismus viele Anhänger unter dem Khmer-Volk. Ihnen gefiel der Glaube an Harmonie und Frieden und die Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburt.
Als dann der Theravada-Buddhismus Kambodscha erreichte, fand er wesentlich mehr Anklang unter der Bevölkerung Kambodschas als der Mahayana-Buddhismus. Er war schlichter und entsprach dem kambodschanischen Bedürfnis nach Harmonie, kam au Sri Lanka und verbreitete die Lehre vom Alten.
Der Hinduismus hat sich weder in den kurzen Phasen der Angkor-Periode unter dem Volk verbreitete, noch während der Regierung unter Norodom Sihanouk. Dieser ließ hinduistische Aspekte immer wieder in Feierlichkeiten bei Staatsakten und Zeremonien einfließen.
Der Islam wird lediglich von den Minderheiten der Cham und Malaien gelebt und hat daher eine sehr geringe Bedeutung für Kambodscha. Etwa 20.000 Christen leben in außerdem in Kambodscha, sie gehören zum größten Teil den Vietnamesen an.

Buddhafigur mit orange-farbener Robe

Sprache

Die offizielle Landessprache ist Khmer. Diese Sprache besteht aus 16 Vokalen und 33 verschiedenen Konsonanten, denen stets der Vokal a oder o angehangen wird, was sie gleichzeitig zu Silben macht. Jedes einzelne Wort bleibt innerhalb der Satzstellung unverändert, die Funktion der einzelnen Wörter lässt sich nur aus der Stellung im Satzgefüge lesen. So gibt es beispielsweise keinen Plural, die Mehrzahl wird durch Wiederholung des Substantives ausgedrückt. Auch das Verb wird nicht verändert, man erklärt die einzelnen Zeitformen mit Hilfsverben.
Unter der älteren Generation ist Französisch nicht selten, dies ist der französischen Kolonialherrschaft zu verdanken. Die jüngere Generation hingegen spricht häufig Englisch. Das Analphabetentum ist in Kambodscha mit fast 65 % noch sehr hoch.

Währung / Zahlungsmittel / Umtausch in Kambodscha

Die Landeswährung ist der Kambodschanische Riel (KHR). 1 EUR entspricht ungefähr 5.450 KHR. In touristischen Gebieten wird hauptsächlich mit US-Dollar  gezahlt. Die US-Dollar Schein sollte nicht geknickt oder abgegriffen sein. Der Umtausch ist in Banken, Wechselstuben und in den meisten Hotels problemlos möglich. Kreditkarten werden in großen Hotels und Geschäften akzeptiert.

Stromversorgung in Kambodscha

Die Stromspannung in Kambodscha beträgt 230 Volt. Aufgrund unterschiedlicher Steckdosen empfiehlt sich ein Adapter.

Sicherheit / Reisen mit Kindern in Kambodscha

In Kambodscha ist es ratsam eine Reiseversicherung zu haben, die Diebstahl und den Verlust von Wertsachen abdeckt. Durch die hohe Armut in dem Land besteht für Touristen eine höhere Gefahr, Opfer von Raub oder Diebstahl zu werden. In ländlichen Gegenden gibt es dazu noch viele ungeräumte Minen aus dem Vietnam- und Bürgerkrieg. Es ist deshalb ratsam, sich nicht von den vorgeschriebenen Pfaden zu entfernen. Das Reisen mit Kindern kann sehr anstrengend sein, da in der Regel viel geflogen und/oder andere Verkehrsmittel genutzt werden und die Verkehrswege in sehr schlechtem Zustand sind.

Kleiner Junge in Rattanakiri