Laotische Küche - Essen für Mutige

Kin khau läo boo? - Haben Sie schon gegessen?

Essen nimmt in Laos eine wichtige Stellung des Alltags und des Familienlebens ein. So sagt die Grundregel Nummer 1 in der laotischen Küche: Iss niemals allein, denn ein geteiltes Mahl schmeckt doppelt so gut! Daher ist die wichtigste Mahlzeit des Tages – das Abendbrot – natürlich im Kreise seiner Lieben einzunehmen. Grundregel Nummer 2 besagt, dass zu jedem richtigen Essen eine Portion Reis gehört! Besonders beliebt ist der Klebreis, eine duftende und nahrhafte Sorte, die zu jedem Essen gereicht wird.

Auch speisen die Laoten nicht wie wir Deutsche in Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise, in Laos wird zu Beginn des Essens alles auf einen Tisch gestellt und gemeinsam vertilgt. Die laotische Küche unterscheidet sich in ihrem Grundnahrungsmittel und Gewürzen nahezu gar nicht von anderen südostasiatischen Ländern, dies gilt aber nicht für die restlichen Gerichte. Ebenso wie Schweine- und Hühnerfleisch, Meeresfrüchte und Fisch, gehören in Laos auch Schlangen, Fledermäuse und Ratten auf den Tisch. Auch Eidechsen, Frösche und Insekten sind keine Seltenheit in den Küchen des Landes. Einzigartig an der laotischen Küche ist die Tatsache, dass süß-saure Gerichte völlig ungebräuchlich sind. Statt dessen serviert ein „echter“ Laot oft bitteres Essen und das auch noch lauwarm, da man in großen Teilen des Landes mit den Fingern ist und man so Verbrennungen vorbeugt. Zu jedem Gericht gibt es ein Schälchen Chilisoße, um nachzuwürzen, sofern einem das Essen, was schon in der Küche großzügig gewürzt wurde, immer noch zu fade ist. Die laotische Küche ist demnach nicht wie die anderer asiatischer, auch wenn sie von vielen nachhaltig beeinflusst wurde.

Das Getränkeangebot in Laos reicht von café lao bis hin zu Pepsi und Miranda. Viele dieser Marken werden in Laos selber hergestellt oder aus Thailand und Vietnam importiert. Aber auch an alkoholischen Getränken haben die Laoten, der Rede nach, in ganz Südostasien die Nase vorn, denn nirgends schmeckt das Bier so gut wie hier, frei nach dem laotischen Motto „no beer - no ideas“. Lau lao und Lau hai, beides hochprozentige Feuerwasser, werden in privaten Haushalten der Tradition nach noch selber gebrannt. Laos bietet neben vielen exotischen Gerichten auch europäisches Essen. So befinden sich in den Straßen der Touristenstädte Vientiane und Luang Prabang zahlreiche französische Cafés, indische und japanische Restaurants, Pizzerien und Bäckereien, in denen Sie auch typisch westliche Küche serviert bekommen.        

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Restaurant tipp

Am besten lässt es sich in den gemütlichen Bars und Restaurants essen, die sich an der Uferpromenade des Mekong Flusses befinden. Vor der Kulisse der bunt beleuchteten Hauptstadt können Sie hier, neben traditionell laotischen Gerichten, auch thailändisches Essen und Menüs aus vielen anderen südostasiatischen Ländern probieren. Entspannen Sie bei einem köstlichen Essen und genießen Sie den Blick über den mächtigen Mekong und die darauf schippernden Boote. Mit sanften Klängen im Hintergrund können Sie an den Ufern den gesamten Abend verbringen, denn neben lokalen Restaurants finden Sie hier außerdem Bars und kleine Clubs, in denen Sie das laotische Nachtleben miterleben können.

Rezept für in Bananenblättern gedünsteten Fisch (Mok Pa)

Die häufige Verwendung von Fisch in der Küche von Laos ist nicht verwunderlich. Der Mekong stellt mit seinen gewaltigen Wassermassen eine hervorragende Quelle für die laotische Küche dar. Der Fisch kann dabei gegrillt oder gedünstet werden. Im Folgenden wird ein Rezept für in Bananenblättern (ebenfalls ein Standard-Hilfsmittel in der heimischen Küche) gedünsteten Fisch vorgestellt.

Liste der Zutaten:

  • 3 Esslöffel Klebreis
  • 5 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Chili
  • 3 Kaffir Limettenblätter
  • 1 Teelöffel Salz
  • 3 Esslöffel gehackter Dill

 

  • 2 Esslöffel gehackter Basilikum
  • 3 kleine gehackte Frühlingszwiebeln
  • 4 Esslöffel Wasser
  • 1 Esslöffel Fleischsoße
  • 300g weiße Fischfilets
  • 8 rechteckige Bananenblätter (ca. 20x 25cm)

Zubereitung 

Als erstes zerstoßen Sie den gekochten Klebreis mit Hilfe eines Mörsers, bis dieser eine feine Textur annimmt. Fügen Sie anschließend die Schalotten, Chili, Limettenblätter und Salz hinzu und rühren Sie alles gut durch. Hierzu geben Sie Dill, Basilikum und Frühlingszwiebeln, zum Abschluss das Wasser und die Fischsoße. Vermischen Sie alles so lang bis eine feine Paste entsteht. Weiter geht es mit dem Fisch. Teilen Sie jedes Fischfilet in zwei gleichgroße Rechtecke und platzieren Sie zwei Bananenblätter diagonal übereinander. Danach legen Sie die beiden rechteckigen Fischfilets übereinander in das Blatt und schlagen die Enden der Bananenblätter sorgfältig ein, falten diese nach oben und füllen einen Esslöffel der Gewürzpaste auf den Fisch. Anschließend verschließen Sie das Bananenblatt-Päckchen mit einem Bindfaden und dünsten jedes der Päckchen für etwa 20-30 Minuten. Fertig ist eine echte laotische Spezialität.

Guten Appetit!