Reiseknigge für Malaysia

Sitten, Gebräuche & andere Fettnäpfchen


Die tägliche Erfahrung lehrt, dass diejenigen, welche viel reisen, an Urteilskraft gewinnen; dass die Gewohnheit – fremde Völker, Sitten und Gebräuche zu beobachten, den Kreis ihrer Ideen erweitert und sie von manchen Vorurteilen befreit.
(François Pierre Guillaume Guizot, 1787 - 1874)


Malaysia ist ein sehr vielschichtiges Land und mit generellen Verhaltensregeln kommt man sicher nicht immer weiter. Insbesondere die ethnische Vielfalt sollte bei einer Reise durch Malaysia bedacht werden. Zwar bekennen sich etwa 60% der Bevölkerung zur Staatsreligion Islam, dennoch können Begegnungen mit Muslimen, Hindus, Buddhisten oder Christen sehr unterschiedlich sein. Die Malaysier sind allerdings sehr offen, freundlich und meist auch tolerant und schon das Bemühen, sich mit Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen, wird anerkannt. Oder lernen Sie doch vor der Reise einfach ein paar Worte Bahasa Malaya, denn ein freundliches „Salamat Datang“ oder ein gut gemeintes „Terima Kasih“ hilft über so manche Brücke hinweg und öffnet die Herzen.

Schmuck der Iban in Sarawak

Anrede
Malaien und Inder werden in Verbindung mit Mister (Herr) oder Miss (Frau) und dem Vornamen angesprochen. Man sagt also nicht, wie im Deutschen, Herr Müller oder Frau Lehmann, sondern z.B. Mr. Farid oder Mrs. Amina. Chinesen spricht man dagegen, wie bei uns üblich, mit dem Familiennamen an, der in der Regel an erster Stelle steht.

Begrüßung
In Malaysia begrüßt man sich nicht immer mit Handschlag. Der traditionelle Gruß der Muslime ist der malaiische Salam: es werden die Arme entgegengestreckt und die Hände berühren sich nur ganz leicht. Danach werden die Hände vor der eigenen Brust verschränkt, als Zeichen, dass der Gruß vom Herzen kommt. Nur Menschen gleichen Geschlechts geben sich die Hände. Mit einem leichten, freundlichen Kopfnicken kann man allerdings kaum etwas falsch machen.

Einladungen
Besuche sollten immer telefonisch angekündigt werden und vor dem Betreten des Hauses oder der Wohnung werden die Schuhe ausgezogen und beim Sitzen sollten die Füße nie auf andere zeigen. Kleine Gastgeschenke werden immer gern gesehen.
Immer die rechte Hand nutzen, um beispielsweise zu essen oder etwas anzunehmen/zu reichen, da die linke Hand bei Muslimen als unrein gilt. Außerdem sollte nie mit dem Zeigefinger auf andere gezeigt werden. Bei Unterhaltungen sollte das Gesicht gewahrt werden, d.h. laute Diskussionen, offene Kritik oder Streitgespräche mag man, wie fast überall in Asien, gar nicht.

Fotografieren
Wer ein Foto von Einheimischen machen möchte, sollte zuvor fragen, das gebührt einfach der Respekt und auch ein „nein“ sollte akzeptiert werden. Insbesondere die Ureinwohner in Sabah und Sarawak mögen es gar nicht, wenn ihre Kinder fotografiert werden.

Kleidung
Saubere, ordentliche Kleidung, die dem Anlass angepasst ist, sollte auch auf einer Reise Voraussetzung sein. Kurze Hosen und Röcke gehören nur an den Strand, beim Besuch von Moscheen, Tempeln oder Kirchen sollten lange Hosen oder Röcke getragen werden und die Schultern bedeckt bleiben. Vor dem Betreten von Moscheen und Tempeln werden die Schuhe ausgezogen.