Sri Lanka Informationen & Sri Lanka Reisetipps

Strahlend leuchtendes Land

Elefanten des Pinnawela_Elefenatenwaisenhauses

Strandidylle nahe Colombo

Mönche spazieren durch Anuradhapura

Wie ein Regentropfen schmiegt sich die kleine Insel Sri Lanka an die Südost-Spitze des riesigen Subkontinents Indien. Jedoch steht Sie dem Kontinent in landschaftlicher Schönheit und kultureller Fülle in nichts nach. Sri Lankas klangvolle Übersetzung „Strahlend leuchtendes Land“ lässt erahnen, warum dieses Eiland schon von den Seefahrern „Perle im Indischen Ozean“ oder „Insel der Götter“ genannt wurde. Kein Wunder, denn die Vielfalt auf dieser Insel ist unbeschreiblich riesig. Auf 1.330 Kilometern Küstenlänge reiht sich ein Traumstrand an den anderen. Im Inselinneren erheben sich hohe Berge, gespickt mit tropischen Wäldern und vielversprechend duftenden Gewürz- und Teeplantagen. Nur wenige Orte dieser Erde sind auf einer solch begrenzten Fläche so reich an faszinierenden Landschaften, eindrucksvollen Kulturerben, farbenprächtigen Sitten und Bräuchen und besitzen eine derart weit zurückreichende Entwicklung der Bevölkerung. Auf Sri Lanka befinden sich gleich acht UNESCO-Weltkulturerbestätten, 15 Nationalparks und üppige Teeplantagen - und das auf gerade einmal 65.610 km². Besonders die sattgrünen Teefelder sind weltbekannt, da hier der berühmte Ceylon Tee angebaut wird. Doch nicht nur Teeliebhaber kommen bei Sri Lanka Reisen auf ihre Kosten, denn der unglaubliche Reichtum Sri Lankas zieht nahezu jeden in seinen Bann und möchte entdeckt werden…

Sri Lankas Geographie

Gerade einmal 55 Kilometer trennen Sri Lanka vom indischen Festland und machen das kleine Eiland damit zu einem Inselstaat. Sri Lanka liegt an der Südost-Spitze Indiens und somit im Indischen Ozean. Da es keine natürliche Verbindung zum Festland gibt, bestehen die natürlichen Grenzen Sri Lankas nur aus Meeresgebiet. Im Norden liegt die Palkstraße, eine Meerenge zwischen Indien und Sri Lanka, die den östlich gelegenen Golf von Bengalen mit dem südwestlich gelegenen Golf von Mannar verbindet. Eben an dieser Stelle befindet sich zudem eine Anreihung von Korallengärten und Sandbänken, die eine lose Verbindung zu Indien darstellt. Einige mystische Sagen ranken sich um diese natürliche „Brücke“, jedoch erhielt sie ihren Namen „Adamsbrücke“ durch eine muslimische Legende. Nach dieser ist Adam, der heilige Prophet und Vater der Menschheit, auf dem Adam´s Peak in Sri Lanka gelandet und von dort aus über die „Adamsbrücke“ bis nach Mekka gewandert. Bei der Landung auf dem Adam´s Peak hinterließ er, laut dem muslimischen Glauben, einen Fußabdruck und verschaffte dem Berg somit seine religiöse Bedeutung und Bekanntheit. Für Anhänger des Buddhismus ist es allerdings der Fußabdruck Buddhas, weshalb der Berg bei ihnen auch Sri Pada (bedeutet übersetzt Fußabdruck) genannt wird.

Von Nord nach Süd beträgt die Ausdehnung Sri Lankas etwa 450 Kilometer und von Ost nach West sogar nur etwa 225 Kilometer. Dadurch ergibt sich insgesamt eine Fläche von 65.610 km². Trotz dieser eher geringen Größe kann Sri Lanka in drei unterschiedliche Landschaftsformen eingeteilt werden.

Sri Lanka Karte

Im südlichen Teil der Insel erstreckt sich das Zentrale Hochland, welches den Nährboden für Tee und Gewürze stellt. Von diesen Höhenlagen, die zum Teil bis zu 2500 Meter hoch sein können, fällt die Landschaft bis zu den Küsten immer weiter ab. Neben dem höchsten Berg Sri Lankas, dem Pidurutalagala mit 2524 Metern, erstreckt sich im Hochland auch ein weites Plateau. Westlich des Plateaus ist der Adam´s Peak oder auch Sri Pada zu finden. Eindrucksvolle Blicke entlockt der Bambarakanda-Wasserfall am südlichen Rand des Plateaus. Von etwa 240 Metern Höhe stürzen hier besonders während der Regenzeit (Oktober bis März) gewaltige Wassermassen in die Tiefe.

In der hügeligen Landschaft verteilen sich die Tee- und Gewürzplantagen sowie akkurat angelegte Reisfelder im dichten tropischen Grün. Aufgrund des kühlen Klimas im Sommer ist die Hügellandschaft ein beliebter Rückzugsort vor der Hitze an der Küste. Durch die Lage am Äquator nehmen tropische Ebenen mit  sattgrünen Wäldern, aber auch savannenähnliche Landschaften den größten Teil der Landschaft auf Sri Lanka ein.

Die Vegetation wird allerdings stark vom Monsun beeinflusst. Je höher der Niederschlag über das Jahr verteilt ist, desto üppiger ist dementsprechend die Vegetation in diesen Gebieten. So ist besonders der Westen recht feucht, wodurch auf Sri Lanka Reisen sogar tropischer Regenwald zu finden ist. Am trockensten ist es jedoch, je weiter es Richtung Ostküste geht und auch der Nord osten ist sehr trocken. Die West- und Südküste Sri Lankas ist außerdem der touristischste Teil des Landes. Egal ob Sonnenbaden, Schwimmen oder Surfen - Aktivitäten rund ums Wasser gibt es hier wie Sand am Meer. Die Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, befindet sich an der Westküste.

Eingebürgert auf Sri Lanka hat sich zudem der Begriff „Trockenzone“, welche sich über das zentrale Bergland bis zum Osten der Insel erstreckt und fast dreiviertel Sri Lankas bedeckt. Dennoch ist hier kein wüstenähnliches Gebiet zu finden. Die Vegetation ist in der Trockenzone etwas dünner als der üppig grüne Westen Sri Lankas, vor allem Dornsträucher verbreiten sich hier. In diesen trockenen Regionen des Landes finden sich Jahrtausende alte Bewässerungsanlagen, welche die Singhalesen bei ihrer Einwanderung erbauten. Sie schafften es durch diese Anlagen, die Trockenperioden zu überstehen und sogar Nassreisfelder zu errichten. Heute knüpft man an die Erfolge der damaligen Zeit an und nutzt diese ausgeklügelten Systeme, um wieder selbst Reisfelder zu bewässern.

In dieser sogenannten Trockenzone finden sich zudem die meisten der 15 sri-lankischen Nationalparks und 70 Naturschutzgebiete. Da es dort eher wenig touristisch entwickelte Gebiete gibt, findet sich hier auf Sri Lanka Reisen ein wahres Paradies der Tier- und Pflanzenwelt. Viele der Tiere sind nur auf Sri Lanka beheimatet und werden dadurch in Reservaten geschützt. Elefanten, Leoparden, Hirsche, Affen, Reptilien und Schmetterlinge bieten eine Artenvielfalt der speziellen Art. Wen wundert es da, dass Safaritouren immer beliebter werden.

Sri Lankas Geschichte

Die Geschichte Sri Lankas ist sehr reich an kulturellen Einflüssen fremder Länder und bietet trotzdem besondere Eigenheiten wie sonst kaum ein Land auf der Welt. Die ersten schriftlichen Überlieferungen reichen bis zu 2500 Jahre in die Vergangenheit zurück und belegen, dass es damals bereits eigene Volksgruppen auf Sri Lanka gab.

Singhalesen und Tamilen – Kampf um die Herrschaft Sri Lankas

Die Volksgruppe der Singhalesen hat ihren Ursprung im Norden Indiens und wanderten bereits etwa 500 Jahre vor Christus, unter der Führung von König Vijaya, nach Sri Lanka ein. Sie vertrieben und besiegten die Ureinwohner, die Yasak und die Nagas. Schon bald darauf ernannten sie die, im mittleren Norden liegende, Stadt Anuradhapura zur Königsstadt.

Nur etwa zwei Jahrhunderte später wurde der Buddhismus als Staatsdreligion etabliert.  Ebenfalls wanderten auch viele hunderte Tamilen, aus dem Reich der Cholas, aus Südindien ein und eroberten dabei Anuradhapura. Daraus entwickelten sich einige kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Tamilen und Singhalesen, welche 200 Jahre vor Christus von den Singhalesen erfolgreich beendet wurden. Sri Lanka wurde so unter König Dutthagamani erstmals zu einem geeinten Königreich und konnte sich bis 1000 nach Christi Geburt zu einem blühenden Land entwickeln. Der Städtebau wurde rasch voran gebracht, aber auch gigantische Stauseen wurden im Zentrum und im östlichen Teil Sri Lankas erbaut. Über zahlreiche Kanäle wurde Regenwasser bis zu diesen künstlichen Seen geleitet und versorgte die eher trockenen Gebiete in der sogenannten „Trockenzone“. Aber auch andere imposante Gebäude wie Dagobas, oder Stupas wurden errichtet und zählten zur damaligen Zeit, nach den ägyptischen Pyramiden, zu den höchsten Bauwerken. Während dieser Zeit kam die berühmte Zahnreliquie Buddhas von Indien nach Sri Lanka und wird seither mit dem Feiertag Esala Perahera in Kandy gefeiert. Nur kurze Zeit später, etwa 473 bis 491, übernahm Kassapa, einer der Anhänger von Buddhas Lehren, den Regierungssitz. Auf dem bekannten Monolith Sigiriya ließ er sich in den Folgejahren eine verschwenderische Burg errichten. Auf Sri Lanka Reisen kann man einige Ruinen dieser Festung auch heute noch erkennen.

Immer wieder kommt es in den nächsten Jahren zu Einwanderungswellen der Tamilen, die um das Jahr 993 sogar die damalige Königstadt Anuradhapura niederbrannten. Die Tamilen konnten sich nun die Macht über Sri Lanka sichern und verlagerten ihren Regierungssitz nach Polonnaruwa. Für 80 Jahre blieb die Herrschaft der Tamilen erhalten, wurde allerdings um 1055 vom König Vijayabahu beendet. Er vertrieb die Tamilen, behielt allerdings Polonnaruwa als Hauptstadt bei. Während dieser lang andauernden Machtkämpfe nutzten muslimische Seefahrer aus dem Orient Sri Lanka bereits als Knotenpunkt auf ihren Handelswegen.

Bis die Portugiesen ab 1500 die Insel einnahmen, wechselte sich die Herrschaft von Tamilen und Singhalesen immer wieder ab. Die Tamilen konnten für mehr als 200 Jahre sogar ein eigenes Königreich begründen. Der singhalesische König Parakramabahu schaffte es jedoch ein letztes Mal, Sri Lanka als Einheit zu regieren. Nach seinem Tod gab es auf der Insel gleich drei Königreiche die nebenher existierten: Kandy, Kotte und Jaffna.

Gebäudeüberreste der alten Königsstadt Polonnaruwa

Die Kolonialzeit – ein erneuter Wechsel der Mächte

1292 war Marco Polo der erste Europäer, der nach Sri Lanka gelangte. In Europa war es auch unter dem Namen Ceylon bekannt und bekam diesen dann während der Kolonialzeit ab 1500 fest zugeschrieben.

Die kleine Insel Sri Lanka wurde nun zuerst von den Portugiesen übernommen. Damit waren sie die erste europäische Handelsmacht, die die günstige Lage auf der Handelsroute zwischen China und Arabien nutzen konnte. Das buddhistische Sri Lanka wurde dabei vom christlichen Glauben überrannt und zahlreiche Tempel zerstört. Während der portugiesischen Herrschaft konnte fast die ganze Insel annektiert werden, nur das Königreich Kandy blieb bestehen und war damit unabhängig. Die dortige Regierung schloss eine Allianz mit den Holländern. Die Ära der Portugiesen war nun vorbei, denn nach und nach mussten immer mehr Teile des Landes an die Holländer abgetreten werden.

Die Herrschaft der Holländer brachte den flächendeckenden Zimtanbau auf Sri Lanka voran. Gegen 1796 mussten sie allerdings schon den neuen Kolonialherren weichen. Die Briten hatten bereits weite Teile des indischen Staatsgebiets erobert und dehnten nun ihren Weg nach Sri Lanka aus. Da indische Verwaltungsangestellte ihre Dienste auch in Sri Lanka ausführen sollten, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Indern und den Singhalesen. Dennoch wird Ceylon zur britischen Kronkolonie, zu der ab 1815 auch Kandy gehört. Die Unabhängigkeit dieses singhalesischen Königreiches hatte damit ein Ende, dauerte bis dahin aber 2357 Jahre an. In den Folgejahren gehen viele Singhalesen auf die Straßen und begründeten damit diverse Unabhängigkeitsbewegungen. Trotz alledem schaffen es die Briten den Plantagenanbau zu erweitern und mit Kaffee- und besonders mit dem Teeanbau, ihre Stellung im Welthandel auszubauen. Für den Transport wurden zahlreiche Straßen gebaut und die Verwaltung erweitert. Das brachte Sri Lanka eine gute Infrastruktur, die noch heute erhalten ist.

Unabhängigkeit für Ceylon

Im Februar 1948 wurde die Kolonie Ceylon in den britischen Commonwealth aufgenommen. Dadurch war die Kolonialzeit fast überstanden, auch wenn das Staatsoberhaupt immer noch die englische Königin darstellte. Nach und nach prägte eine pro-singhalesische Politik das Bild Ceylons. So wurde beispielsweise Singhalesisch als Amtssprache eingeführt und das „Sinhala-Only-Gesetz“ wurde abgeschlossen. Dieses Gesetz verschärfte die Vormachtstellung der Singhalesen im Land und rief die Tamilen daher zu einem Rückschlag auf. Auch unter der ersten weiblichen Staatschefin Sirimavo Bandaranaike kam es zu keiner Besserung und auch die Wirtschaft befand sich in einer Krise.

1972 trat schließlich eine neue Verfassung in Kraft und Sri Lanka wurde offiziell zur Republik. Die Tamilen nutzten diese Phase der Neuerungen und traten mit heftigen Protesten gegen ihre Unterdrückung an. Damit ebneten sie den Weg unausweichlich für einen blutigen Bürgerkrieg.

Der Bürgerkrieg 1983 bis 2009

Hinduistische Statue von Ramayana

Die Geschichte Sri Lankas wird überschattet von einem ethnisch-religiösen Konflikt, der fast 26 Jahre das Bild der Insel beherrschen soll.

Bereits in früheren Zeiten gab es zwischen den Singhalesen und den Tamilen Auseinandersetzungen. Die Minderheit der Tamilen musste lange eine unterdrückte Stellung in der Gesellschaft akzeptieren und wurde auch religiös eingeschränkt. Nicht nur das ihr hinduistischer Glaube gesellschaftlich abgelehnt wurde, auch ihre Rechte waren stark eingeschränkt. Dies führte zu militärischen Anschlägen beider Gruppierungen und forderte über lange Jahre über 90.000 Tote. Während dieser grausamen Epoche konnte Jaffna von den Tamilen (LTTE – Liberation Tigers of Tamil) eingenommen werden und wurde so zum Hauptort der militärischen Auseinandersetzungen.

Viele Bürger flohen aus dieser Region und selbst ein „Friedenseinsatz“ des indischen Militärs konnte die Konflikte nicht beheben. Auch von politischer Seite der Singhalesen (SLFP – Sri Lanka Freedom Party) wird mit wirtschaftlichen Boykotts und Verhandlungsangeboten auf die Situation eingegangen. Mehrere Bombenanschläge fanatischer Anhänger rissen allerdings weiterhin Politiker und unschuldige Bürger in den Tod. Erst unter norwegischer Leitung kommt es 2002 zu ersten gemeinsamen Verhandlungen zwischen Tamilen und Singhalesen. Doch der Frieden kehrte auch in den folgenden Jahren nicht nach Sri Lanka zurück. Zusätzlich verwüstet ein schwerer Tsunami weite Teile der Süd- und Ostküste. 2009 kommt es schließlich zum militärischen Einmarsch von singhalesischen Regierungstruppen. Dabei wird der Führer der tamilischen Partei LTTE getötet und der Bürgerkrieg für beendet erklärt.

Die Zeit nach dem Bürgerkrieg

Der Norden Sri Lankas glich lange einem Geisterland, da viele Bürger geflohen sind und der militärische Einsatz die Natur zerstörte. Einige Jahre nach dem Bürgerkrieg blieb die Präsenz von Militär und Polizei lange aufrechterhalten, um mögliche Unruhen schnellstmöglich eindämmen zu können. Vor allem der Norden war für Touristen nur teilweise bis gar nicht zugänglich.

Doch bereits 2010 kam der Aufschwung für den Tourismus in Sri Lanka. Der südliche Teil der Insel blieb von den Ausmaßen des Bürgerkriegs verschont und zeigt sich somit auch nach dieser Zeit in einzigartiger Schönheit. Die herrlichen Sandstrände, üppigen Wälder und  beeindruckende Tierwelt verschafften Sri Lanka einen der ersten Plätze auf der „To go-Liste“ der New York Times.

Heute kann ebenfalls wieder der Norden des Landes problemlos bereist werden. Nicht nur Jaffna, sondern auch der Wilpattu-Nationalpark zeigt sich daher in seiner vollen Pracht. Teilweise müssen Reisende dennoch mit Passkontrollen rechnen. Außerdem besteht in östlichen und nördlichen Teilen noch ein erhöhtes Minenrisiko.

Sri Lankas Bevölkerung

Jahrtausende lang war Sri Lanka ein Knotenpunkt für Handelszwecke. Sowohl aus Indien, Europa als auch aus anderen asiatischen Gebieten wie Malaysia und Indonesien kamen diverse Händler, um Waren zu bewerben und zu vertreiben. Unterschiedlichste Kulturen, Bevölkerungsgruppen und Traditionen kamen so auf die Insel und prägten die Bevölkerung auf verschiedenste Weise. Besonders einflussreich war aber die Zeit der Kolonisation, während der sich nicht nur die verschiedenen Sprachen auf Sri Lanka weiterentwickelten, sondern auch die Geschichte stark beeinflusst wurde.

Traditionelle Fischer vor Negombo

 

Etwa dreiviertel der Einwohner Sri Lankas gehören zur ethnischen Gruppe der Singhalesen und stellen somit den größten Teil der Bevölkerung dar. Von den 20,3 Millionen Einwohnern Sri Lankas zählen sich dagegen nur etwa 15 Prozent zu den Tamilen. Die Ureinwohner Sri Lankas sind die Veddas, die nur noch sehr selten anzutreffen sind, da sie weitestgehend von der Insel vertrieben wurden. Die Bevölkerungsgruppe der Singhalesen verteilt sich überwiegend im Zentrum und an der Süd- und Westküste Sri Lankas. Ihren Ursprung hat diese ethnische Gruppe im Norden Indiens und ist dadurch stark vom Buddhismus geprägt. Sie leben wie der Großteil der indischen Bevölkerung in Kasten, wobei die größte Kaste die der Bauern ist.

Die Gruppe der Tamilen ist ein ethnisches Volk und stammt von der die ältesten Gemeinschaften im Süden Indiens ab. Überwiegend im Norden hat sich diese ethnische Gruppe angesiedelt und zu ihnen zählen unter anderem einfache Arbeiter und Bauer. Ihr Ursprung ist noch überwiegend unerforscht, jedoch beweisen Überlieferungen, dass die Gruppen in Südindien die längste Vergangenheit aufweisen. Unterteilt werden sie in zwei große Hauptgruppen, die Sri-Lanka-Tamilen und indische Tamilen. Erstere sind einheimische Gruppen die überwiegend im Norden und Osten Sri Lankas beheimatet sind. Die indischen Tamilen kamen während der britischen Kolonialzeit als Plantagenarbeiter aus Südindien nach Sri Lanka und sind somit Nachfahren von ursprünglichen Tamilen Gruppen.

Generell können Historiker nicht genau festlegen, welche dieser Bevölkerungsgruppen Sri Lankas zuerst besiedelt hat. Von einigen Singhalesischen Historikern wird die Behauptung aufgestellt, dass die Gruppe der Tamilen erst im 10. Jahrhundert nach Christus überhaupt an Bedeutung gewann. Darauf entgegnen „Tamilen-Experten“, dass eben diese Bevölkerungsgruppe die ursprünglichen Bewohner Sri Lankas seien und nur unter anderen Namen bekannt waren. Diese unterschiedlichen Ansichten führten zur extremen Spaltung und damit Verbundenen Konkurrenz dieser ethnischen Gruppen, welche die Geschichte Sri Lankas stark beeinflusste.

Sri Lankas Religionen

Der größte Teil der Bevölkerung Sri Lankas, also über 70 Prozent, bekennt sich zum Buddhismus. Trotz dieser großen Zahl an Gleichgesinnten ist Sri Lanka ein tolerantes und freies Land in Bezug auf religiöse Vorstellungen. Die zweitstärkste Gruppe ist die der Hindus. Mit etwa 13 Prozent der Bevölkerung haben sie fast doppelt so viele Anhänger wie das Christentum. Der Islam gehört mit etwa 10 Prozent der Bevölkerung ebenfalls zu den weniger stark vertretenen Religionen. Die Besonderheit in Sri Lanka ist, dass nahezu jeder Bürger einer Religion angehört und diese von ganzem Herzen lebt. Besonders bei Besuchen in Tempeln, sollte das entsprechend respektiert werden und das Verhalten angepasst werden.

mögliche Probleme mit Buddha-Abbildungen

Die Figur Buddhas ist nicht nur  unter gläubigen Buddhisten beliebt. Auch in der westlichen Welt erfreut sich Buddha immer größere Beliebtheit. Die Figuren sind nicht nur schönes Deko-Element für die heimischen vier Wände, sondern dienen auch vielen in Form eines Tattoos als Körperschmuck. Wer ein Buddha-Tattoo auf dem Körper trägt, sollte beachten, dass es bei einer Reise nach Sri Lanka zu Komplikationen kommen kann. Wenn das Tattoo nach Meinung der Behörden den buddhistischen Glauben wiederspreche, muss sogar mit Abschiebung aus Sri Lanka gerechnet werden und der Urlaub kann nicht wie geplant durchgeführt werden. Es empfiehlt sich bereits vor Einreise in Sri Lanka solch ein Tattoo zu verdecken und es auch während der ganzen Reise verdeckt zu halten. So wird zum einen der reibungslose Ablauf Ihrer Reise gewahrt und zum anderen die Religion des Landes respektiert. Weitere Besonderheiten, die im Umgang mit Buddha beachtet werden müssen, finden Sie hier.

Sri Lankas Sprachen

Da es auf Sri Lanka zwei Hauptgruppen an Ethnien gibt, unterscheiden sich auch die Sprachen nur durch diese zwei. Die Singhalesen sprechen Singhalesisch oder auch Sinhala. Die Tamilen sprechen hingegen Tamil, das zu den dravidischen Sprachen gehört. Die Sprachfamilie der dravidischen findet eine besonders große Verbreitung im indischen Raum. Tamil hat eine über 2000 Jahre alte Literaturgeschichte und somit eine weitreichende Tradition. Es wird zudem in Indien als klassische Sprache anerkannt. Aber auch der Gebrauch von Englisch ist üblich und wird vor allem zur Verständigung untereinander eingesetzt, da nicht nur Touristen Verständigungsprobleme haben, sondern auch die ethnischen Gruppen. Englisch wird auch als Amts- und Geschäftssprache verwendet. Als Überbleibsel aus der Kolonialzeit sind selbst Verkehrsschilder meistens in Sri Lankas Nationalsprachen und in Englisch beschriftet.

Währung/ Zahlungsmittel/ Umtausch in Sri Lanka

Die Währung von Sri Lanka ist die sri-lankische Rupie(Rs./ LKR), wobei 1 € etwa 179 Rupien entspricht (Stand Dezember 2013). Bereits am internationalen Flughafen in Colombo gibt es einen Wechselschalter, der ganzjährig den Tausch von Euro in LKR durchführt oder auch den Rücktausch vornimmt. In Banken oder Wechselstuben können Reisende ebenfalls Euro in Rupien tauschen. Wer Reisechecks mit sich führt, kann diese gegen Vorlage des Reisepasses problemlos in Banken einwechseln. Auf Sri Lanka gibt es aber auch Bankautomaten, an denen man mit der EC- und/ oder Kreditkarte Bargeld abheben kann. Internationale Kreditkarten wie Master Card, Visa, Diner´s Club und American Express werden in den meisten Hotels und in Geschäften akzeptiert. Geldabhebungen an Bankautomaten sind ebenfalls möglich. Die Bezahlung mit Bargeld wird jedoch empfohlen.

Stromversorgung in Sri Lanka

Die Stromspannung beträgt 230 Volt 50 Hz, wobei es zu Spannungsschwankungen und gelegentlich zu Stromausfällen kommen kann. Es wird ein Adapter für britische Dreipolstecker benötigt, der aber in touristischen Regionen auch günstig vor Ort gekauft werden kann.

Infrastruktur in Sri Lanka

Bereits in der Kolonialzeit nutzten die  Europäer, Araber und Inder Sri Lanka als Kontenpunkt für ihre Handelsbeziehungen. Durch die sehr südliche Lage an der Festlandspitze Indiens machten viele Seefahrer der damaligen Zeit Halt auf der tropfenförmigen Insel. Die Entfernung zu weiteren Ländern Südostasiens war dadurch nicht sehr groß, außerdem bot Sri Lanka selbst einige wichtige Exportgüter. Am bekanntesten ist dabei wohl der Ceylon-Tee. Dem regen Handelsverkehr musste die Infrastruktur natürlich schnell angepasst werden, um möglichst viel auf einmal transportieren zu können. Dadurch wurde ein gutes Schienennetz geschaffen, welches auch heute noch die meisten Städte miteinander verbindet. Auch für individuelle Reisende stellt der Zug eine günstige Alternative dar. Sri Lanka besitzt neben einem internationalen Flughafen 12 weitere kleinere Flughäfen, die für die Inlandsverbindung zur Verfügung stehen. Generell ist aber das sogenannte Airtaxi eine beliebte Alternative. Diese Wasserflugzeuge bieten eine schnelle Verbindung vom internationalen Flughafen in Colombo, zu fast allen anderen Zielen an Sri Lankas Küsten.

Allerdings ist es auf Grund der Größe des Landes ebenfalls möglich, die meisten Strecken mit dem Auto zurückzulegen. Diese können in nördlichen, östlichen oder wenig vom Tourismus erschlossenen Gebieten noch schlecht ausgebaut sein. So können dann schon mal Holprige Straßen oder Sandwege passiert werden. Generell – und vor allem in den Touristenorten im Süden und Westen Sri Lankas – sind die Straßen und Verkehrswege in Sri Lanka gut ausgebaut und sorgen für entspanntes Reisen.

Auf kurzen Strecken können Trishaws genutzt werden. Diese kleinen Dreiradtaxis können mit den thailändischen Tuk-Tuks verglichen werden und bringen jeden Reisenden im traditionellen Flair von A nach B. Ebenso verkehren Taxis, die zu den Urlaubsorten wie Colombo, Negombo und Trincomalee meist einen Pauschalpreis verlangen.

einheimischer bringt seine Ware zum Mark nach Galle

Sicherheit/ Reise mit Kindern in Sri Lanka

Sri Lanka ist generell ein recht sicheres Reiseland und Touristen werden freundlich empfangen. Auf Grund der verschieden ethnischen Gruppen gab es jedoch in der Vergangenheit einen etwa 26 Jahre andauernden Bürgerkrieg im Norden des Landes. Durch diesen wurde die Landschaft in Mitleidenschaft gezogen, weshalb diese Gegend oft auch als Geisterland bezeichnet wird. Die Lage im Norden Sri Lankas hat sich wieder entspannt, weshalb Reisende auch dort einen Aufenthalt planen können. Lediglich wird in östlichen Rangebieten vor ein erhöhtes Minenrisiko gewarnt. Dazu wurden allerdings durch die Regierung entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Häufig können Reisende deshalb in Sicherheitskontrollen durch das Militär oder die Polizei kommen. Dabei ist es lediglich wichtig, die Anweisungen der Behörden zu befolgen. Ansonsten ist aber das Reisen in Sri Lanka problemlos möglich und es gibt Sri-Lanker, die jedem Gast gern auf ehrliche Weise weiterhelfen.

Die Bewohner Sri Lankas sind generell sehr kinderlieb. Aus diesem Grund finden sich viele Hotels, die über Kinderclubs und andere Unterhaltungsmöglichkeiten für Kinder verfügen. Außerdem gibt es zahlreiche Ausflugsziele die Kinder besonders begeistern werden wie ein Elefantenwaisenhaus in Pinnawela, Safaris durch die Nationalparks und Wal- oder Delfinbeobachtungsfahrten. Dennoch sollte man vor einer Reise mit Kindern immer bedenken, dass Sri Lanka nicht nur gute zehn Flugstunden entfernt ist, sondern auch landschaftliche Gegebenheiten aufweist, die beim Wandern oder bei den Transfers für Kinder sehr anstrengend sein können. Legt man Wert auf einen Badeurlaub an Sri Lankas Stränden im Süden und Westen, gibt es keine Einwände. Es sollte allerdings beachtet werden, dass die Strömung teilweise recht stark sein kann und daher eher an flachabfallenden Stränden gebadet werden sollte. Die meisten Hotels besitzen jedoch auch Pools für Erwachsene und Kinder, sodass dem Badespaß nichts im Wege steht. Die Gesundheit spielt gerade bei Kindern eine große Rolle, weshalb dabei auf einige Vorsorgemaßnahmen geachtet werden muss. Rohe Lebensmittel und ungekochtes Wasser sollte auf Grund der möglichen Unverträglichkeit besser gemieden werden.