Sri Lankas Sehenswürdigkeiten

Mehr als nur ein Paradies für Teeliebhaber eröffnet sich jedem Besucher der sich für eine Reise nach Sri Lanka entscheidet. Von reizvollen Hochebenen fällt die Landschaft immer flacher bis zur Küste hin ab und schafft damit einen wunderbaren Lebensraum für diverse eindrucksvolle Tier- und Pflanzenarten. Die weitreichende und turbulente Vergangenheit schuf interessante Gebäudekomplexe, die zugleich einen wundervollen Eindruck hinterlassen. Entdecken auch Sie die Highlights Sri Lankas die die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Landes ausmachen. Nachfolgend erhalten Sie einige Informationen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Sri Lanka.

Auf den Spuren Buddhas

Erstmals vor etwa 2500 Jahren entstand auf dem indischen Subkontinent die Lehre Buddhas. Laut einer Legende soll damals der indische Prinz Siddharta sein zu Hause mit etwa 29 Jahren verlassen haben, um einen Weg aus dem ewigen Kreislauf des Lebens zu finden. Mit 35 Jahren kam er schließlich in Bodh Gaya, im Osten Indiens, an. In einer Vollmondnacht im Mai fand er unter einem Feigenbaum die ersehnte Erleuchtung –der Buddhismus war „geboren“.

Er ging auf Reisen und prädigte die neuen Lehren. Dabei soll auch Sri Lanka dreimal von ihm besucht worden sein. Zu seinen Reisestopps zählt unteranderem der Adam´s Peak, Mahiyangana und Nainativu bei Jaffa und die heutigen Wallfahrtsstääten Kelaniya bei Colombo. Jedoch gilt Sri Lanka nicht nur als Zwischenstopp auf der langen Reise Buddhas, denn nachdem singhalesische Mönche die noch mündlich überlieferten Lehren in der Tripitaka (überlieferter Schriftband) niederschrieben, konnte sich der Buddhismus in ganz Asien ausbreiten. In Sri Lanka können Reisende während einer Rundreise, auf den Spuren Buddhas wandeln und diese hautnah entdecken.

Der Adam´s Peak

Einer der bedeutensten Orte für Buddhisten ist der Adam´s Peak. Dieser Berg ist nicht nur etwa 2300 Meter hoch, sondern verbirgt ein eindrucksvolles Geheimnis. Ganz in der Nähe des Gipfels befindet sich ein etwa 1,8 Meter langer Fußabdruck (Sri Pada), der unter Buddhisten als Fußabdruck Buddhas verehrt wird. In anderen Religionen findet er meistens ebenso großes Ansehen, wird dann aber in Verbindung mit ihren Göttern und Propheten gebracht.

Nach Buddhistischen Glauben, sollte jeder Gläubige einmal auf dem Adam´s Peak gewesen sein, um dort vor dem Abdruck sein Gebet zu halten. Zu diesem Zweck und damit dieser mystische Götterabdruck vor Einflüssen der Umwelt geschützt ist, wurde ein Kloster um diesen herum errichtet. Heute pilgern nicht nur zahlreiche Gläubige auf den Gipfel des Berges, sondern auch Touristen haben diesen auf Grund seiner eindrucksvollen Aussicht für sich entdeckt.

Die Wallfahrtsstätten bei Kelaniya

An einem Ufer des Flusses Kelani liegt ein kleiner Vorort von Colombo. Nicht nur bei Buddhisten ist dieser von Bedeutung, auch für die Geschichte Sri Lankas spielt er eine wichtige Rolle. Laut der Mahawansa, eine Art Chronik über das Leben Buddhas und der Geschichte Sri Lankas, soll dieser bei einem Besuch in Sri Lanka auch in Kelaniy gewesen sein, um von seinen Erkenntnissen zu predigen. Einer Sage nach traf er dabei auf zwei Gottheiten, welche die Verkörperung einer Schlange hatten. Diese stritten um einen Juwelen besetzten Thron. Erst Buddha konnte ihnen die Sinnlosigkeit ihres Streits vor Augen führen und sie beruhigen. Beide traten daraufhin zum Buddhismus über und boten Buddha den Thron als Anerkennung an. Es ist überliefert, dass kurz darauf ein Tempel um diesen Thron errichtet wurde. Der Kelaniya Tempel ist besonders wegen seiner prunkvollen Skulpturen und Fresken bekannt. Neben zahlreichen Abbildungen von Gottheiten, findet sich auch die Geschichte Sri Lankas in den Fassaden des Tempels wieder. Ein besonderes Highlight ist für Buddhisten außerdem der Vollmondtag Duruthu Poya. Dabei wird in Kelaniya der dritte Besuch Buddhas ausgiebig mit Festumzügen und Prozessionen gefeiert. Auch am Kelaniya Tempel ist ein Bodhi-Baum zu finden.
Die Lehre Buddhas konnte sich in Sri Lanka selbst nach seinem Tod bis zur Staatsreligion entwickeln. Aus diesem Grund wurde ein Ableger des Feigenbaumes auf die Insel gebracht, unter dem Buddha seine Erleuchtung fand. Da dies in der Region Bodhi Gaya, in Südindien, geschah, wird er oft auch Bodhi-Baum genannt. Im Verlauf der Geschichte wurde deshalb fort an je ein weiterer Ableger an buddhistische Tempelbauten gepflanzt werden.
Doch nicht nur zahlreiche Tempel brachte der buddhistische Glaube hervor, auch Höhlen wurden von den Gläubigen dazu genutzt ihre religion zum Ausdruck zu bringen.

 

Der Höhlentempel Dambulla

Dambullas Höhlentempel

Bekanntestes Beispiel für die kunstvollen Skulpturen der Buddhisten ist der Höhlentempel von Dambulla. Etwa zwei Kilometer entfernt von der eigentlichen Stadt findet sich ein Höhlensystem, das in einen riesigen Granitfelsen gehauen wurde. In teilweise sehr langen Höhlengängen können dort zahlreiche Buddha Statuen betrachtet werden. Vor allem die rote und goldene Farbgebung beeindruckt jeden Besucher. Ursprünglich soll der erste Höhlentempel von einem singhalesischen König errichtet worden sein. Dieser versteckte sich 14 Jahre lang nach einem verlorenen Krieg gegen die Tamilen in den Höhlen von Dambulla. Nach dieser langen Zeit erhielt er schließlich den Thron zurück und ließ einen Höhlentempel dort errichten. In der Geschichte Sri Lankas ließen weitere Herrscher diese Höhlen restaurieren und ausbauen. Die einzelnen Höhlenabschnitte sind dabei jeweils einem Thema gewidmet, das meist einen buddhistischen Hintergrund besitzt. Die größte und spektakulärste Höhle ist jedoch die „Tempel of the Great Kings“. Auf einer Länge von 50 Metern befindet sich eine enorm große Anzahl unterschiedlicher Buddha Figuren. Diese beeindruckende Gestaltung ist dabei nur einer der Gründe, weshalb dieser Höhlentempel seit 1991 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Kandy und der heilige Zahn Buddhas

Am Kandy-See gelegen befindet sich der Tempel Sri Dalada Maligawa, zudem täglich unzählige Gläubige Buddhisten pilgern - und das nur wegen eines Zahns. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendein Zahn, im Inneren des Tempels, in sieben reich verzierten ineinander gestapelten Schatullen, befindet sich eine der bedeutendsten Reliquien des Buddhismus - der Zahn des Erleuchteten. Deshalb wird der Sri Dalada Maligawa auch Zahntempel genannt und ist unter diesem Synonym auf der ganzen Welt bekannt. Kandy, und damit auch der Tempel, gehört bereits seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Tempel als Teil des Königspalastes erbaut, allerdings wurde der Palast mehrere Male zerstört und von den nachfolgenden Herrschern wieder aufgebaut.
Der Schrein des Gebäudes ist dreimal täglich für die Puja, eine rituelle Zeremonie, geöffnet,  während der die Gläubigen das Heiligtum anbeten. Nur einem kleinen Teil der Gläubigen ist es erlaubt, während der Puja in erster Reihe vor dem Schrein zu beten und so die Schatulle, in der der Zahn aufbewahrt wird, aus nächster Nähe zu betrachten. Die Zeremonie, wird von traditionellen Flöten- und Trommelklängen begleitet, was die Puja zu einem kleinen Schauspiel werden lässt. Die Gläubigen legen tausende Blüten als Opfergabe nieder und beten auf den Knien in Richtung des Schreins.
Der Legende nach heißt es, dass eins die indische Prinzessin Hemamala den Zahn aus ihrem Heimatland nach Sri Lanka brachte, gut versteckt in Ihrem Haar. Dies soll vor etwa 1.700 Jahren geschehen sein.
Wer den Zahntempel aus außerhalb der Puja besucht hat genügend Zeit, auch die fantastischen Deckenmalereien, die aufwändigen Elfenbeinschnitzereien, die Buddhafigur aus Bergkristall oder die Bibliothek mit den Palmblattmanuskripten zu bewundern. Denn auch diese sind einen Besuch des Tempels allemal wert. Ein besonderes Erlebnis ist zudem die Esala Perahera, ein Fest zu Ehren des Zahns, das alljährlich im Juli/August begangen wird. Während des Festes wird der Zahn auf dem Rücken eines reich verzierten und bemalten Elefanten durch die Straßen getragen. Das Spektakel zieht nicht nur viele Gläubige aus Sri Lanka und der Welt an, sondern auch zahlreiche Touristen, die den Prozessionen beiwohnen wollen.

Der Zahntempel in Kandy

Auf den Spuren der Könige

Anuradhapura – Zentrum der singhalesischen Könige

Unter Vijaya, dem Stammesvater der Singhalesen, wanderten jene erstmals nach Sri Lanka ein und begründeten zugleich das erste Königreich. Bereits da wurde die Stadt Anuradhapura zur Königsstadt ernannt und sollte dies auch über 1400 Jahre bleiben. Verschiedene singhalesische Königsdynastien machten Anuradhapura immer wieder zu ihrer Hauptstadt und Knotenpunkt der Verwaltung.
Die Stadt selbst befindet sich nördlich von Colombo. Bereits 1982 wurde die heilige Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. In der damaligen Zeit konnte sie sich sogar zur neuntgrößten Stadt der Welt etablieren. Damals wie heute ist sie ein Pilgerziel vieler Buddhisten, da sich in ihrer Umgebung der erste Bodhi-Baumes auf Sri Lanka befindet. In Zeiten der singhalesischen Königsreiche wurde Anuradhapura oft zum Zentrum für Politik und Religion, wodurch viele geschichtsträchtige Gebäude entstanden. Die Tamilen fielen im Laufe der Geschichte jedoch mehrmals in Anuradhapura ein und brannten die Stadt im Jahr 993 sogar nieder. Durch große Zerstörung und Plünderungen wurde Anuradhapura von den Bürgern verlassen und dadurch von Dschungel überwuchert.

Anuradhapura Ruine

Viele Jahre später, im 20. Jahrhundert, wurde die heilige Stadt wieder zum Leben erweckt. Riesige Ruinenfelder kamen zum Vorschein, konnten aber noch nicht vollständig freigelegt werden. Neben dem Sri Maha Bodhi-Baum, also dem Ableger des originalen Bodhi-Baums aus Indien, gibt es diverse Tempel und Dagobas zu bestaunen. Diese geben Aufschluss darüber, wie die Entwicklung der damaligen singhalesischen Hochkultur war. Besonders beeindruckend ist der Kupfer-Palast, der von einem singhalesischen König im Jahr 161 vor Christi errichtet worden war. Als Dank über den Sieg der Tamilen ließ er ein neunstöckiges Kloster erbauen, das heute noch bestaunt werden kann. Die älteste Dagoba Sri Lankas ist ebenfalls in Anuradhapura zu finden – die Ruvaneli Dagoba. Sie erinnert an einen Reishaufen und ist mit unzähligen Elefantenköpfen verziert. Obwohl sie nicht vor Tamilenangriffen verschont blieb, konnte sie wieder restauriert werden und erstrahlt nun im neuen, alten Glanz.

  

Polonnaruwa – die aufgegebene Königsstadt

Ruinen von Polonnaruwa

Als im 11. Jahrhundert die tamilischen Herrscher der Chola-Dynastie Polonnaruwa zu deren Hauptstadt machten, ahnten Sie nicht, dass bereits kurz darauf die Singhalesen ihre Königsstadt zurückeroberten. Zu besonderer Bekanntheit kam Polonnaruwa im 12. Jahrhundert durch den Herrscher Parakramabahu, der als weitsichtiger König bekannt ist. Unter seiner Aufsicht entstanden beeindruckende Tempelkomplexe, Buddhastatuen und imposante Paläste. Die bereits vorhandenen Stauseen und Kanäle wurden ausgebaut und so der Grundstein für ein modernes Bewässerungssystem gelegt.
Dennoch kam es dazu, dass die Singhalesen Ihre Hauptstadt im 13. Jahrhundert endgültig aufgaben, da die südindischen Herrscher erneut nach der Macht griffen. Polonnaruwa gehörte fortan dem Dschungel, bis die ehemalige Königsstadt wieder entdeckt und schließlich 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Bedeutende archäologische Funde und die Überreste der einst so prächtigen Stadt wurden damit den dichten Schlingpflanzen und den dicken Moosschichten wieder abtrünnig gemacht.
Heute lässt sich nur noch anhand der Ruinen erahnen, welche Macht die damaligen Herrscher gehabt und in welchen Prunk sie gelebt haben müssen. So zum Beispiel die Überreste des ehemaligen Palastes, die noch immer zwei Stockwerke aufweisen. Einst soll der Palast aus 1.000 Zimmern bestanden haben - eine unglaubliche Zahl.
Höhepunkt der Polonnaruwa Besichtigungen sind ganz sicher die Buddhastatuen Gal Vihare. In einen riesigen Granitfelsen wurden im 12. Jahrhundert vier Buddhafiguren gehauen, die teils überlebensgroß sind. Ein stehender, ein liegender, ein sitzender und ein meditierender Buddha können hier bestaunt werden. Zudem wird der sitzende Buddha von Brahma und Vishnu, zwei Hindugöttern, eingerahmt.

Sigiriya – der majestätische Felsen

Eingerahmt von grünen Wäldern und saftigen Reisplantagen erstreckt sich der 200 Meter hohe Monolith in Richtung Himmel und scheint trotzig über den Köpfen seiner Besucher zu thronen.  1.860 Stufen und Wendeltreppen heißt es in etwa einer Stunde zu erklimmen, was einen oben erwartet, ist ein grandioser Ausblick über die Weiten des Landes – und natürlich die Überreste des ehemaligen Königspalastes, weshalb der Felsen unter anderem 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Vor über 1.500 Jahren ließ König Kassapa I. diesen Palast auf dem Plateau des Felsens errichten. Um den Felsen herum befinden sich symmetrisch angelegte Palastgärten mit Wasserwegen, Lotusteichen und Pavillons.
Als Kassapa seinen Vater, den König Dhatusena, ermordete, floh er aus Furcht vor der Rache seines Halbbruders aus Anuradhapura. Denn dieser war der eigentliche Thronfolger des Vaters. Mit der Felsenfestung in Sigiriya, ließ er einen der sichersten Paläste bauen, der kaum zu bezwingen war. Die Angst des Königs Kassapa führte letztendlich soweit, dass er sich 495 dem Kampf mit seinem Bruder nicht nur stellte, sondern sich selbst das Leben nahm.
Unbestreitbar ist das wahre Highlight der Felsenfestung die Malereien der Wolkenmädchen, die einen Teil der Felswand schmücken. Noch heute ist nicht genau geklärt, wen die Frauen, deren Oberkörper auf Wolken zu schweben scheinen, darstellen. Manche sagen, dass sie Gottheiten darstellen, andere sind der Meinung, dass die erotischen Frauen die Hofdamen des Königs zeigen.
Sigiriya heißt übersetzt so viel wie „Löwenberg“. Passenderweise werden die Besucher, die die letzte Etappe zur Palastruine wagen, von zwei riesigen Löwenpfoten in Empfang genommen.
Die Geschichte des Felsens soll aber schon viele Jahre vorher begonnen haben, im 3. Jahrhundert v. Chr. um genau zu sein, als in den Felsnischen und Höhlen Mönche gelebt haben. Vom 10.-14. Jahrhundert diente der Felsen abermals als Kloster.

die Felsenfestung von Sigiriya

Malerei der Wolkenmädchen in der Felsenfestung von Sigiriya

Auf den Spuren der natur

Beeindruckende Tempelkomplexe und Königsstädte sind ein besonderes Merkmal Sri Lankas, doch auch die atemberaubende Natur möchte entdeckt werden und bietet auf 65.610 km² Fläche mehr als nur ein Highlight. Neben herrlichen Sandstränden an den Küsten kann vor allem im Inselinneren eine wahnsinnige Vielfalt der Natur entdeckt werden. Besonders eindrucksvoll ist der Reichtum an Tierarten, die es teilweise nur hier zu bestaunen gibt. Da man sich aber dieser Einzigartigkeit der Flora und Fauna bewusst ist, wurden große Teile des Landes in Naturschutzgebiete eingeteilt und 15 Nationalparks errichtet. In diesen Bereichen kann sich die Natur erholen und ist dabei vor Wilderern und Bedrohungen durch den Menschen geschützt. Vor allem vom Aussterben bedrohte Arten wie der Leopard sind dort beheimatet. Einige solcher Naturparks wurden sogar zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt und gehören zu den schönsten dieser Art. Doch auch die in der Kolonialzeit entstandene Plantagenwirtschaft prägt das Landschaftsbild und somit die Natur Sri Lankas. Was damals um das Jahr 1500 begann, ist teilweise bis heute ein Anziehungspunkt für Besucher. Gemeint sind damit natürlich hauptsächlich die großen Teeplantagen Sri Lankas, auf denen der Berühmte Ceylon Tee angebaut wird.

Der Sinharaja Regenwald

Üppige Farne und sattgrüne Baumriesen umrahmen die Wege, auf einem Ast hat sich ein Affe vor neugierigen Blicken geschützt und kleine, leise Bäche plätschern durch die unwegsame Landschaft – so könnte ein erster Eindruck des Sinharaja Regenwaldes aussehen.
Dieses über 11.100 Hektar große Waldgebiet gehört zu Sri Lankas letzten derart großen Regenwaldgebieten und steht damit gleichzeitig unter Naturschutz. Von der UNESCO wurde das im Hochland Sri Lankas liegende Gebiet deshalb bereits auf die Liste der Weltnaturerbe gesetzt. Von Ratnapura aus können sich Reisende in diese grüne Oase fahren lassen und mit einem Guide die abenteuerlichen Pfade erkunden. Da dieses Stück Regenwald noch lange erhalten bleiben soll, wird bei Führungen besonders darauf geachtet, dass jeder Besucher sich der Natur gegenüber verantwortungsvoll verhält und dementsprechend auch keinen Müll liegen lässt. Bei Wanderungen kommen besonders Naturliebhaber wie auch Vogelbeobachter auf Ihre Kosten. Neben den endemischen Tieren wie einige Affenarten und dem Leopard, können die vielen Vogel- und Schmetterlingsarten bestaunt werden. Da es nicht wirklich leicht ist, im grünen Dickicht des Sinharaja Regenwaldes Tiere aufzuspüren, steht ihnen der Parkführer gern zur Seite.

Yala Nationalpark – die Heimat des Leoparden

Der Yala Nationalpark gehört zu den beliebtesten Nationalparks in Sri Lanka und lockt dank der zahlreichen hier lebenden Tierarten viele Touristen an. Dadurch ist der zweitgrößte Park des Landes auch der meistbesuchte. Yala ist ca. 1.260 km² groß und im Süden Sri Lankas gelegen. Der Park ist in fünf Blöcke gegliedert, vier davon sind als Naturreservat ausgeschrieben und sind somit für Besucher nicht zugänglich. Der Teil, der besichtigt werden kann, war ehemals ein Jagdgebiet. Im Jahr 1900 wurde dieses Jagdgebiet zum Wildschutzgebiet erklärt, 1938 dann als Nationalpark.

Landschaftlich ist Yala nicht nur von Savannenlandschaft geprägt. Neben Graslandschaften, Büschen und hohen Bäumen gibt es auch Dünen, Lagunen und Wasserlöcher, die von den beiden Flüssen Kumbukkan Oya und Menik Ganga gespeist werden. Der Nationalpark erstreckt sich aber auch bis an die Küste, wo ein wellenförmiges Denkmal an die Opfer des verheerenden Tsunamis erinnert.

Doch nicht nur die Landschaft des Parks ist vielfältig, auch die Tierwelt zeigt sich mit zahlreichen Arten. Insgesamt tummeln sich über 40 Säugetierarten und ca. 150 bis 200 Vogelarten in dem Schutzgebiet. Darunter befinden sich diverse Affenarten, Krokodile, Wildschweine, Mungos, Pfauen, Hornvögel und viele andere mehr. Highlight und für viele Touristen der Hauptgrund, den Park zu besuchen, ist der Leopard, von dem 35 im Park zu finden sein sollen. Damit hat Yala eine der dichtesten Populationen der Wildkatze auf der ganzen Welt.

Die beste Reisezeit

Die beste Zeit, im Yala Nationalpark eine Safaritour zu unternehmen, ist während der Trockenzeit von Februar bis Juli. Dann sind die Wasserstände der Wasserlöcher niedrig und die wilden Tiere müssen sich weiter aus dem schützenden Dickicht begeben. Somit steigt Ihre Chance, möglichst viele verschiedene Tiere zu beobachten.

Leopard im Yala Nationalpark

Pfau im Yala Nationalpark

Durch die Horton Plains zum „Ende der Welt“

Im zentralen Bergland von Sri Lanka finden sich nicht nur saftig grüne Teeplantagen und Wasserfälle, sondern mit den Horton Plains auch ein Naturschutzgebiet, dass zu ausgedehnten Wanderungen einlädt. Die Luft ist klar und frisch und die grandiosen Aussichten über Wälder, Seen und malerischen Wasserfällen lohnen die Anstrengungen der Wanderungen in über 2.000 Meter Höhe. Der Spaziergang führt vorbei an Tälern, Gemüseplantagen und weiten mit Heidekraut bewachsenen Flächen. Die Ruhe in der Hochebene ist wunderbar geeignet, um einmal tief durchzuatmen und zu entspannen, fernab der Hektik in den turbulenten Städten. Mehrere Wanderwege führen durch die Horton Plains, beliebtester Naturausflug ist die ca. drei Kilometer lange Wanderung zum berühmten World´s End, das in 2.134 Meter Höhe liegt. Wer ausgedehntere Touren mag, entscheidet sich für den ca. 13 Kilometer langen, aber auch deutlich anstrengenderen Weg. Fast senkrecht scheint die Klippe in eine fast tausend Meter tiefe Schlucht zu fallen und gibt den Blick auf die malerische Landschaft frei. Wer dieses Naturschauspiel allerdings ohne Wolken erleben und vielleicht sogar bis zur ca. 80 Kilometer entfernten Küste blicken möchte, der sollte sich bereits noch vor Sonnenaufgang auf Wanderung begeben. Denn die besten Chancen, die Bilderbuchlandschaft ohne Nebel und Wolken zu genießen, sind zwischen 7.00 und 9.00 Uhr. Mit etwas Glück hat sich zu dieser Zeit noch keine Wolkenfront an der Schlucht aufgetürmt, die die Bergregion während des Tages zu beherrschen scheint. Den größten Erfolg, die Landschaft bei klarem Himmel zu beobachten, haben Besucher in den Monaten von Januar bis April, sowie im August und September. Ein Besuch empfiehlt sich außerdem besonders unter der Woche, da an den Wochenenden auch viele Einheimische den Ausflug unternehmen.
Die Horton Plains sind zudem auch interessant für Vogelliebhaber. Schließlich lassen sich hier etwa 100 der insgesamt 460 in Sri Lanka lebenden Vogelarten beobachten. Es ist das Jagdgebiet für viele Adler und Falken und es sind zudem Affen, Hirsche und Wildschweine zu finden. Das Naturschutzgebiet ist etwa 29 Kilometer südlich von Nuwara Eliya gelegen und ist fester Programmbestandteil der Rundreise „Von Regenwald und Elefanten zum Ende der Welt“.

Udawalawe Nationalpark und Elephant Transit Home

Udawalawe Nationalpark Elefantenherde

Udawalawe Nationalpark

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten rund 12.000 Elefanten auf Sri Lanka, heute sin des gerade einmal noch 2.500 bis 4.000 Dickhäuter, die die Insel bevölkern. Umso schöner ist es, dass sich im Süden des Landes, am Rande des Uda Walawe Staudamms, ein wahres Schutzgebiet für die liebenswürdigen Riesen befindet. Denn im gleichnamigen, ca. 300 km² großen Udawalawe Nationalpark leben über 500 Elefanten. Damit ist eine Begegnung mit den Dickhäutern fast garantiert. Oft kreuzen ganze Herden des asiatischen Elefanten die Wege der Besucher. Der Park wurde als fünfter Nationalpark des Landes im Jahr 1972 gegründet und ist geprägt von Trockensavanne und hohen Bäumen, die nicht nur als Futterquelle für die Dickhäuter dienen, sondern auch als Schattenspender in der Mittagshitze. Natürlich sind auch andere Tiere, wie Vögle und Wild, im Park beheimatet. Dennoch gilt das Hauptaugenmerk sicher den Elefanten.

 

Elephant Transit Home

Dem Nationalpark angeschlossen ist das sogenannte Elephant Transit Home, in dem sich Pfleger um ca. 40 kleine, verwaiste Elefanten kümmern, bis sie wieder in die Wildnis entlassen werden können. Die Auffangstation für verwaiste und zurückgelassene Elefanten wurde 1995 gegründet und nahm seitdem 83 Elefantenbabys auf. Bis heute ist es die einzige Einrichtung in Sri Lanka, die die Elefanten wieder in die Wildnis entlassen.
Während der festen Fütterungszeiten (viermal täglich) können die Babyelefanten für ca. 20 Minuten von einer Plattform aus beobachtet werden. Die restliche Zeit des Tages verbringen die Jungtiere im Park, außerhalb der Sichtweite für Besucher. Die Elefanten werden in Gruppen gehalten und nach ca. vier bis fünf Jahren zusammen wieder ausgewildert. Dann leben die Elefanten geschützt im Nationalpark.