Das Vietnamesisches Neujahrfest Tet Nguyen Dan

 

Das vietnamesische Neujahrsfest, oder auch TET genannt, was übersetzt „Fest des ersten Morgens“ heißt, ist der wichtigste Feiertag in Vietnam und findet vom ersten bis zum dritten Tag des neuen Jahres nach dem Mondkalender statt. Tet Nguyen Dan hat seinen Ursprung in der chinesischen Kultur, wurde allerdings im Laufe der Jahre von den Vietnamesen abgewandelt. Es findet nach der europäischen Zeitrechnung zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar statt. Das Fest wird traditionell im Kreise der Familie gefeiert und hat eine ungefähre Bedeutung wie bei uns in Europa Weihnachten. Schon Monate vor TET finden auch zahlreiche Märkte mit Blumen, Süßigkeiten und Früchten, statt und Gebäude werden dekoriert, was den Städten einen besonders schönen Charme verleiht. Man kann sehr gut beobachten, wie aufgeregt und voller Vorfreude die Menschen sind. Gleichzeitig ist das Neujahrfest auch der Frühlingbeginn, weshalb alles mit vielen Blüten verziert ist. Eine ausgewählte Straße in jeder großen Stadt wird zum Jahreswechsel über und über mit Blumen geschmückt und bepflanzt. Das TET-Fest eignet sich besonders gut, um die vietnamesische Kultur zu erleben und zu verstehen. Das Fest wird allgemein in drei Phasen gegliedert, Tat Nien, Giao Thua und Tan Nien.

Tat Nien – die Vorbereitung

Bereits eine Woche vor TET werden der Küchengott Ong Tai und der Landgott Ong Conga in den Himmel verabschiedet, welche dem Jadekaiser Ngoc Hoang vom vergangenen Jahr berichten sollen.

Der Aberglaube und die Tradition spielen an diesen Tagen eine große Rolle. Man versucht in dieser Zeit zu allen Menschen besonders freundlich zu sein. Viele glauben daran, dass es Unglück bringe, wenn man sich in dieser Zeit des Jahres streite oder flucht. Schulden werden beglichen, Bettlern werden Almosen gegeben und Kinder bekommen Geld, welches in rotes Papier eingewickelt wird. Hierfür müssen die Kinder den Älteren einen besonderen Dank ausrichten und versprechen im nächsten Jahr besonders lieb und fleißig zu sein. Rot steht für das Glück und Reichtum und deshalb spielt genau diese Farbe bei dem Fest und bei der Dekoration eine sehr bedeutende Rolle.

Giao Thua – der Vorabend

Vor dem Neujahrfest werden die Häuser geputzt, da damit das Unglück des Jahres aus dem Haus gekehrt werden sollen und der Neujahrbaum „cay neu“ wird aufgestellt. An diesen Baum werden rote Karten mit goldenen Verzierungen und Glückwünschen gehangen. Während des drei tägigen Fests darf man allerdings nicht mehr putzen, da man laut dem Brauch sonst das Glück vertreibt. Traditionell trägt man seine beste Kleidung, welche häufig neu gekauft wird und schmückt das Haus mit Blüten, welche den Neuanfang symbolisieren. Aufgrund des unterschiedlichen Klimas werden verschiedene Bäume zum Schmücken genutzt. In Nordvietnam werden vorrangig Pfirsichbäume aufgestellt und in Südvietnam nutzt man Aprikosen- und Kumquat Bäume. Diese werden an den Tagen vor TET häufig auf den vielen Motorrädern transportiert. Um Mitternacht gibt es, wie bei uns zu Silvester auch üblich, ein großes Feuerwerk, obwohl Feuerwerkskörper seit 1995, aufgrund vieler Verletzungen in Vietnam verboten sind.

vietnamesische Frauen mit Blumen

Tan Nien – der Neujahrstag und die zwei darauffolgenden Tage

Am Morgen des Neujahrfests wird traditionell an die Vorfahren gedacht. Hierzu wird ein großes Festessen dargeboten und Räucherstäbchen am Altar verbrannt. Zum Festmahl werden viele vietnamesische Spezialitäten dargeboten. Am beliebtesten ist hier das Banh Chung, welches aus klebrigem Reis, grünen Bohnen und Schweinefleisch besteht und in Bananenblätter zu Rechtecken und Kreisen  gewickelt wird. Die viereckige Form soll hierbei die Erde darstellen und die runde Form symbolisiert den Himmel. Am ersten Tag des neuen Jahres heißt jede Familie seine Gäste in dem reich geschmückten Haus willkommen. Hierbei wird besonders darauf geachtet, wer als Erstes das Haus betritt. Idealerweise ist diese Person reich, erfolgreich, glücklich verheiratet und hat viele Kinder. Selbst die Kleidung und die Gesprächsthemen werden sehr ernst genommen und sollen über das Glück der Familie im neuen Jahr entscheiden. An diesem Tag geht die gesamte Familie in den Tempel und betet für die Gesundheit und das Glück. Hier werden rote Umschläge mit Geld verteilt und Wahrsager prophezeien einem was im nächsten Jahr alles geschehen wird. Auf großen Paraden, welche ein wenig an Karneval erinnern, werden Drachentänze in farbenfrohen Kostümen, oft auch mit akrobatischen Elementen aufgeführt.

Einschränkungen mit denen Touristen während dieser Zeit rechnen müssen

Während des drei tägigen Fests haben Geschäfte und Behörden oft geschlossen. Da TET traditionell mit der Familie gefeiert wird, sind die Straßen der großen Städte, wie Hanoi und Saigon menschenleer, einige Cafés und Restaurant haben aber dennoch geöffnet. Züge und Flüge sind in dieser Zeit um das Neujahrfest ausgebucht, viele Museen sind geschlossen und die schwimmenden Märkte im Mekongdelta finden auch nicht statt. Was man an TET besonders vermeiden sollte, ist es schwarze und weiße Kleidung zu tragen, da Schwarz die Farbe der Trauer und Weiß die Farbe des Todes ist.

 

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