Reiseknigge für Thailand

Sitten, Gebräuche & andere Fettnäpfchen

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf.
Oscar Wilde


Wer in die Ferne reist – und das gilt auch für Reisen nach Thailand – sollte sich aus Respekt den Menschen gegenüber vor der Reise über Sitten und Gebräuche informieren. Der sehr enge, soziale Kontakt ist in Thailand oftmals von uns fremden Umgangsformen geprägt und Hierarchien spielen eine wesentliche Rolle. Obwohl man Reisenden aus fremden Ländern gegenüber meist sehr tolerant ist, sollte man ein paar der wichtigsten Verhaltensregeln beachten. Sollte doch mal ein kleiner Fehler unterlaufen sein, dann halten Sie sich einfach an die thailändische Redensart "Mai Pen Rai", was so viel bedeutet, wie "macht doch nichts".
 

Thailand und der König
Der König ist in Thailand hoch angesehen und ein Bild von ihm findet man in fast allen öffentlichen Einrichtungen und in vielen privaten Haushalten. Jede Kritik oder Witz über ihn und die Königsfamilie in Thailand ist ein absolutes Tabu, Geldscheine, Münzen oder Bildnisse vom König sollten mit Sorgfalt behandelt werden. Selbst einen davon geflatterten Geldschein sollte man keineswegs mit dem Fuß aufhalten. Hier verstehen die sonst so lebenslustigen Thais keinen Spaß und es gibt empfindliche Strafen.

Begrüßung in Thailand
In Thailand gibt man sich zur Begrüßung nicht die Hand, sondern faltet beide Hände wie zum Gebet vor der Brust. Dieser traditionelle Gruß wird als „wai“ bezeichnet. Mit einem leichten Kopfnicken und einem freundlichen Lächeln hat man auch als Fremder sein gegenüber schnell überzeugt. Wenn man dann noch ein „sawat di kha“ (als Frau) oder ein „sawat di khrap“ (als Mann) über die Lippen bringt, ist das Eis oft gebrochen.
Dieser traditionelle Gruß wird oft auch als Dank oder bei einer Entschuldigung genutzt und für Thais ist dabei die Höhe der gefalteten Hände von Bedeutung. Je höher die Hände gehalten werden, desto höher ist auch der soziale Rang des Gegenübers. Grüßt man beispielsweise einen Mönch, werden die Hände bis zur Stirn geführt.

Kleidung in Thailand
Kleidung ist in Thailand von großer Bedeutung und trotz der teilweise heißen Temperaturen kann sie zwar locker, sollte aber stets dem Anlass entsprechend und sauber sein. Schulterfreie Kleidung, Miniröcke oder knappe Shorts (auch bei Männern) gehören maximal an den Strand und sind beim Besuch in einem Tempel tabu. Hier sollte auch darauf geachtet werden, dass man die Schuhe vor dem Betreten des Tempels auszieht.
Wer in gehobenen Hotels oder Restaurants verkehrt, sollte sich hier dem entsprechenden Dresscode anpassen. Generell ist auch sehr hilfreich bei Reisen durch Thailand ein Tuch, Sweatshirt oder eine Strickjacke dabei zu haben, da viele öffentliche Einrichtungen stark klimatisiert sind und man gern auf ein wärmendes Kleidungsstück zurückgreift.

Wai - Begrüßung in Thailand

Fotografieren in Thailand
Fotografieren ist in Thailand fast nirgendwo ein Problem. Wenn es nicht gewünscht wird oder verboten ist, z.B. bei Militäranlagen, innerhalb eines Tempels o.ä. wird in der Regel darauf hingewiesen. Die Thais selbst lassen sich sehr gern fotografieren – dass man vorher fragt, sollte selbstverständlich sein und auch ein „nein“ muss akzeptiert werden.

„No go“ in Thailand

  • Den König oder die thailändische Königsfamilie nicht Wert schätzen oder gar Kritik üben.
  • Thais, insbesondere auch kleine Kinder, sollten nie am Kopf gestreichelt werden, auch wenn es freundlich gemeint ist. Er ist nicht nur das höchste Körperteil, Thailänder glauben, dass sich dort die Seele befindet.
  • Umgekehrt werden die Füße als unrein angesehen und man sollte sich nie so setzen, dass die Füße auf eine andere Person oder eine heilige Statue zeigen.
  • Buddhafiguren oder –bildnisse sind heilig und dürfen nicht aus Thailand ausgeführt werden. Außerdem sollten sie auch immer mit Respekt behandelt werden, auch ein witzig gemeintes Foto mit diesen heiligen Statuen kann zu harten Strafen führen.
  • Tempel sollten nie mit Schuhen betreten werden und es wird auf angemessene Kleidung geachtet. Wenn es kein ausdrückliches Verbot gibt, kann in Tempeln fotografiert werden, man sollte aber die Nutzung des Blitzlichtes meiden, um Gläubige oder evtl. Zeremonien nicht zu stören.
  • Mönche dürfen auf keinen Fall von Frauen berührt werden und dürfen ihnen auch keine Gaben überreichen. Dies geht nur über eine dritte Person – einen Mann – der ihm das Geschenk entweder in die Mönchsrobe legt oder auf den Boden.
  • „Oben ohne“ am Strand oder gar FKK Baden sind in Thailand verboten.
  • Zärtlichkeiten zwischen Männern und Frauen sind in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen.
  • Niemals mit den Fingern auf andere Menschen zeigen, nicht laut argumentieren, gestikulieren oder gar die Beherrschung verlieren – das bedeutete in Thailand automatisch „Gesichtsverlust“.

Ein burmesisches Sprichwort sagt „Wenn du jemanden ohne Lächeln siehst, schenk ihm Deins.“ Und dies findet ganz sicher auch in Thailand, dem Land des Lächelns, Zuspruch und öffnet unabhängig von Konventionen so manche Tür auf Reisen.

Höfliche Geste einem thailändischen Mönch gegenüber

Herzliches Lachen thailändischer Kinder