Bergvölker Nordthailands - die Hmong


Die Vorfahren der Hmong stammen aus Teilen Sibirien, Tibets und der Mongolei. Die Meo, wie dieser Volksstamm in Thailand auch genannt wird, ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts überwiegend in Vietnam und Laos, aber auch in den Norden Thailands eingewandert. Der tibetisch- mongolische Einschlag ist noch immer in ihren Gesichtszügen zu erkennen, aber auch an ihrer Sprache, die fast schon einen melodischen Charakter hat und in unzählige Dialekte aufgesplittert ist. Fast jede Untergruppe der Hmong hat ihren eigenen Dialekt.
Die Hmong sind das einzige Bergvolk, was lateinische Schriftzeichen verwendet. Nach den Karen machen die Hmong in Thailand den zweitgrößten Anteil unter den ethnischen Minderheiten aus. In Nordthailand sind überwiegend die Schwarzen Hmong, die Blauen Hmong und die Weißen Hmong verbreitet und ihre Dörfer sind in der Umgebung von Chiang Mai, Chiang Rai, rund um Mae Hong Son in Nordwestthailand, aber auch in Lampang, in Sukhothai, Pitsanulok, Loei und weiteren Provinzen in Thailand zu finden.

Die Häuser der Hmong sind in der Regel ebenerdig, also nicht auf Stelzen wie bei einigen anderen Bergvölkern in Nordthailand. Zunächst wird eine Art oberirdischer Keller gebaut, dieser dient als Möglichkeit Lebensmittel-Vorräte zu verstauen. Darüber kommt dann die eigentliche Wohnfläche des Hmong Hauses mit einem oder mehreren Schlafräumen, je nach Größe der Familie, außerdem gibt es eine große Veranda, die auch für Gäste genutzt wird.
Das Dach der Häuser reicht nahezu bis zum Boden, was den Häusern ein unverwechselbares Aussehen verleiht. Gebaut wird meist aus Holz, Bambus und Lehm, die Dächer werden entweder mit Schindeln oder Gras gedeckt.

Hmong Männer in traditioneller Tracht

Im Gegensatz zu den Lahu leben die Hmong in Großfamilien, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der verheiratete Sohn mit seiner Familie im Elternhaus wohnen bleibt. So zählt auch Treue nicht unbedingt zu den Tugenden der Hmong und Polygamie ist erlaubt. Die Arbeiten sind in den Hmong-Dorfgemeinschaften streng geregelt. Frauen kümmern sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder, während die Männer (ungern) die schweren Arbeiten verrichten. In der Regel leben etwa zehn Familien in einem Dorf, die dem Dorfältesten unterstehen. Selbst wichtige Familienangelegenheiten werden im Ältestenrat diskutiert.

Auch unter den Hmong gibt es einige, die dem Buddhismus oder dem Christentum angehören, die meisten verehren allerdings nach wie vor Naturgeister und beten ihre Ahnen an. Jedes Haus in einem Hmong-Dorf verfügt über einen kleinen Altar und der Dorf-Schamane ist das Bindungsglied zwischen den verschiedenen Welten.

Ihren Lebensunterhalt verdienen die Hmong durch die Landwirtschaft. Zu den Hauptanbauprodukten zählen Reis, Korn und Soja-Bohnen. Wie alle Bergvölker Nordthailands haben auch die Hmong in der Vergangenheit Opium angebaut, seit den restriktiven Maßnahmen der Regierung verzichtet man aber weitestgehend auf diese als lukrativ geltende Einnahmequelle.

Die verschiedenen Gruppen der Hmong unterscheiden sich durch ihre individuellen Trachten. So erkennt man die Blauen Hmong an den wunderschönen, indigofarbenen Röcken der Frauen und schwarzen Jacken, die farbenfroh bestickt und oft mit reichlich Silberschmuck verziert sind, was ein Zeichen von Wohlstand ist. Insbesondere bei festlichen Anlässen werden auch Halsringe und Armbänder aus Silber angelegt.
Die Hmong-Männer tragen schwarze Pluderhosen und Jacken mit Stickereien. Die Weißen Hmong legen aus praktischen Gründen die weißen Röcke auch nur zu festlichen Anlässen an.
Viele der kunstvoll gefertigten Handarbeiten der Hmong können auch auf den lokalen Märkten in Nordthailand, so zum Beispiel auf dem Nachtmarkt in Chiang Rai, erworben werden und sind hübsche Souvenirs.

Das wichtigste Fest im Jahr ist auch für das Hmong Volk das Neujahrsfest, was im Dezember gefeiert wird.