Bergvölker Nordthailands - die lahu


Das Volk der Lahu ist eine Minderheit in China, viele von ihnen leben aber heute auch in Laos, Myanmar und Vietnam, außerdem in Thailand, wo sie auch Musur gennant werden und Anfang des 20. Jahrhunderts, aus dem Südwesten Chinas kommend, eingewandert sind. Die meisten Dörfer der Lahu findet man an der Grenze zu Myanmar, außerdem in den Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Sorn und Tak. Die Lahu gehören genau wie die Lisu zur tibetischen Sprachfamilie und unterteilen sich allein in Thailand in sechs ethnische Untergruppen, die Schwarzen und Roten Lahu sind die bekanntesten unter ihnen.

Die Lahu-Dörfer sind in Nordthailands Bergen in Höhenlagen über 1000 Meter angesiedelt, die Häuser aus Holz oder Bambus werden meist auf Pfählen gebaut und verfügen in der Regel über einen oder mehrere Schlafräume (je nach Familiengröße) sowie einen Gemeinschaftsraum mit Feuerstelle und eine Veranda. Oftmals werden traditionelle Wasserleitungen aus Bambusrohr von einer nahen Wasserquelle ins Dorf gelegt. Unter dem Haus werden Haustiere wie Schweine und Hühner gehalten.

Die Lahus leben monogam, verwandtschaftliche Beziehungen werden nicht stark gepflegt. Die Kleinfamilien sind die Stütze jedes Lahu-Dorfes. Allerdings müssen Männer, die eine Frau in einem anderen Lahu-Dorf ehelichen meist für eine gewisse Zeit mit im Hause der Schwiegereltern leben und bei der Arbeit mithelfen.
 

Lahu-Frau bei der Arbeit

Die Lahu sind stolz auf ihre Jagdkunst, daher auch der Name des Bergvolkes, der übersetzt „Jäger“ bedeutet. Heute leben die Lahu aber überwiegend von der Landwirtschaft, es werden Mais, Reis, Süßkartoffeln, Hirse, aber auch verschiedene Gemüsearten wie Melonen, Paprika und Bohnen angebaut. Der Opiumanbau ist weitgehend aus dem Alltag der Lahu verschwunden, stattdessen sind sie für ihre Kenntnisse in der Naturmedizin bekannt.

Wie die meisten Bergvölker Nordthailands sind auch die Lahu Animisten und verehren ihre Ahnen, etwa 30 % gehören inzwischen dem Buddhismus oder Christentum an. Jedes Lahu-Dorf hat einen Schamanen, der den Kontakt zwischen der Geisterwelt und der Erde Aufrecht erhält. Regelmäßige Opfergaben gehören zum Alltag der Lahu.

Auch die Lahu werden an ihrer traditionellen Kleidung erkannt und die verschiedenen, ethnischen Gruppen lassen sich daran unterscheiden. So tragen die Schwarzen Lahu, wie es der Name schon verrät, schwarze Kleidung und die der Roten Lahu ist mit roten Applikationen versetzt. Die Lahu-Frauen sind perfekte Weberinnen und verstehen das Handwerk der Stickerei, während die Lahu-Männer geschickt bei der Herstellung von Armbrüsten für die Jagd oder Musikinstrumenten sind.

Zu den wichtigsten Festen der Lahus zählt das Neujahrsfest, was zwischen Januar und März gefeiert wird und meist mehrere Tage dauert.
 

Lahu beim traditionellen Tanz