Bergvölker Nordthailands - die Lisu

Die ursprüngliche Herkunft der Lisu wird im östlichen Teil Tibets, sowie den chinesischen Provinzen Sichuan und Yunnan vermutet. Anfang des 20. Jahrhunderts wanderten die ersten Lisu nach Nordthailand ein. Die meisten der Lisu-Dörfer sind in den Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai und Mae Hong Sorn angesiedelt, aber auch rund um Sukhothai und Lampang gibt es Dörfer. Die Lisu teilen sich heute in zwei Gruppen, die so genannten „Schwarzen Lisu“ (He Lisu) sowie die „Blumigen Lisu“ (Hua Lisu) und gehören der tibetischen Sprachfamilie an.

Die traditionellen, ebenerdigen Häuser der Lisu sind aus Bambus gebaut und meist an einem Hang gelegen. Das Bergvolk lebt überwiegend von der Landwirtschaft, es werden wechselweise Reis, Mais, Sojabohnen und auch anderes Gemüse angebaut, außerdem halten die Lisu Schweine und Rinder. In der Vergangenheit war auch der Opiumanbau eine wichtige Einnahmequelle.
Die Lisu sind Animisten und verehren ihre Ahnen, einige gehören dem Christentum an. Mit der Konfrontation der Gegenwart scheinen die Lisu keine Probleme zu haben, und integrieren ihnen nützlich erscheinende Produkte aus der modernen Welt in ihre eigene und sind sehr anpassungsfähig. Die Lisu leben in Familienclans und sind von einem starken Zusammenhalt untereinander geprägt. Der Dorf-Schamane (Medizinmann) hat ein reiches Wissen über Naturheilverfahren und auch dafür verantwortlich böse Geister von Dorf fern zu halten.

Die Lisu haben den Ruf, das am besten gekleidete Volk unter den Bergstämmen zu sein, was nicht nur auf ihre  farbenfrohen, leuchtenden Gewänder (besonders bei den Hua Lisu) zurückzuführen ist. Die Lisu-Frauen tragen über schwarzen Hosen und roten Gamaschen eine wadenlange Tunika, die bunt und seitlich geschlitzt ist. Verschiedene Borten zieren das Oberteil zusätzlich. Besonders eindrucksvoll ist die Kleidung der Lisu an Festtagen, wenn diese mit zahlreichen Silberstücken und einem bunten Turban noch zusätzlich geschmückt wird. Die Lahu-Männer tragen meist Pluderhosen, kombiniert mit bunten Jacken. Die Kleidung wird in aufwendiger Handarbeit von den Lisu Frauen hergestellt.

Das kulturelle Erbe der Lisu zeigt noch immer Parallelen nach China, der Herkunft des heute in Nordthailand lebenden Bergvolkes, und so wurden viele Bräuche und Sitten übernommen, wie beispielsweise das Neujahrsfest, was am gleichen Tag des Jahres wie die Chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten stattfinden und absolut sehenswert ist.

Lisu Frau bei der traditionellen Handarbeit

Lisu Frau in Festtracht