Sehenswürdigkeiten Zentralthailand

Siams Wurzeln

Ayutthaya

Die mächtigen Ruinen der ehemaligen Hauptstadt des Königreiches Siam - wie Thailand früher hieß - nimmt seine Besucher wie eh und je gefangen. Das rund 70 Kilometer nördlich von Bangkok gelegene Ayutthaya befindet sich im Zusammenfluss der Flüsse Chao Phraya, Lopburi und Pa Sak und ist damit vollkommen von Wasser umgeben. Ayutthaya steht für die bedeutendste Zeit thailändischer Geschichte und so findet man mit den eindrucksvollen Überresten von drei Königspalästen und vielen Tempeln einzigartige Zeitzeugen einer lang vergangenen Hochkultur.

Eine Wanderung durch den Ruinenwald mit seinen zahlreichen Chedis, Säulen und Buddha–Statuen ist ein überwältigendes Erlebnis, das die Gedanken beflügelt. Als außergewöhnliches Kulturgut wurde das gesamte Gelände 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Jährlich wird der Tag der Ernennung pompös und mit viel Hingabe der Bevölkerung gefeiert. Hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ayutthaya:


Wat Mahathat
Es ist der größte Tempel der gesamten Anlage und er befindet sich in deren Zentrum. Der Wat Mahathat wurde errichtet, um heilige Buddha Reliquien aufzubewahren und der Tempelturm (Prang genannt) zeigt Ähnlichkeiten zum Khmer Stil.

Der Wat Yai Chai Mongkol
Dieser Tempel befindet sich am östlichen Ufer des Pa Sak und der etwa 60 Meter hohe Chedi wird schon von weitem wahrgenommen. Kleine Chedis mit Buddha Statuen sind an den Ecken des Hauptchedi erbaut und viele weitere Buddha Bildnisse finden sich in der gesamten Tempelanlage, die Mitte des 14. Jahrhunderts entstand.

Sitzender Buddha am Wat Chai in Ayutthaya

Wat Phra Si Sanphet
Der Wat Phra Si Sanphet ist das Wahrzeichen der einstigen Königsstadt und ein perfektes Beispiel für die Ayuttaya Architektur. Er besteht aus drei Chedis, welche die Asche dreier Ayuttaya Könige enthalten. Ursprünglich wurde er als Palast errichte, später fungierte er als Kloster.

Bang Pa-In Palast
Dieser Palast ist ein Muss beim Besuch von Ayutthaya. Er war einst Rückzugsort für die Könige der Ayuttaya Periode, verwahrloste später und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts unter König Mongkut (Rama IV) zu einer Sommerresidenz. Viele Gebäude der Palastanlage entstanden während der Regierungszeit von König Chulalongkorn (Rama V) und so kann heute im riesigen Park, der ein wenig an Sanssouci erinnert,  ein einmaliger Mix aus asiatischer und europäischer Architektur bewundert werden. Auch heute wird Bang Pa In noch für Staatsempfänge genutzt. Das Denkmal für die Königin Sunanda Kumarirattana in Bang Pa In erinnert an ein Unglück, weitere Details.

Bangsai Arts & Craft Centre
Hier können Ausstellungsstücke der thailändischen Kultur bewundert werden und im dazugehörigen Dorf erfährt der Reisende mehr über das lokale Leben. Außerdem ist das Bangsai Arts & Craft Centre eine Schulungseinrichtung für Handwerker, wo jahrhundertealte Kunsthandwerkstechniken weiter vermittelt werden.

Wat Mahathat in Ayutthaya

Detail nahe Wat Mahathat

Ayutthaya - Wat Thanon Si Sanphet

 

Kanchanaburi

Die Provinzhauptstadt liegt am Zusammenfluss von Kwai Noi und Kwai Yai und wurde von König Rama I erbaut. Sie diente einst als Verteidigungslinie gegen einfallende Burmesen während des Thai-Burmesischen Krieges und ist heute ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen in ein landschaftlich sehr reizvolles Gebiet. Aber vor allem geschichtlich interessierte Besucher finden in Kanchanaburi zahlreiche Möglichkeiten.

Brücke am Kwai
Sicherlich die berühmteste Sehenswürdigkeit in Kanchanaburi. Auch auf Grund des gleichnamigen Films, zieht die Brücke am Kwai jedes Jahr tausende Besucher an. Sie entstand im Zweiten Weltkrieg durch Kriegsgefangene in Zwangsarbeit, da sie ein strategisches Stück auf der Eisenbahnstrecke von Thailand nach Burma war. Die Originalbrücke wurde noch im Krieg zerstört, aber an der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Denkmäler erinnern heute an die tausenden Menschen, die Ihr Leben beim Bau der Bahnstrecke lassen mussten, was ihr den Beinamen „Todesbahn“ einbrachte. Jährlich findet Ende November bis Anfang Dezember das River Kwai Bridge Festival mit einer spektakulären Light- und Sound Show statt. Diese inszeniert eindrucksvoll die Geschichte der Todesbahn und die Bombardierung der Brücke während des Zweiten Weltkrieges.

Don Rak Gedenkstätte
Hier wird der knapp 7.000 Kriegsgefangenen aus England, Holland und Australien gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges beim Bau der berühmt-berüchtigten „Todesbahn“ ums Leben kamen. Auf den Grabsteinen sind die Namen aller Gefangenen und viele Angehörige besuchen jedes Jahr diese Gedenkstätte.

JEATH Kriegsmuseum
Im JEATH Kriegsmuseum wird anhand von Fotografien, alten Gemälden oder Zeitungsberichten auf sehr anschauliche Weise der Alltag der Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg dargestellt. Das Museum selbst wurde einem Gefangenenlager nachempfunden. Das Akronym JEATH steht übrigens für die jeweiligen Anfangsbuchstaben der Länder, die am Bau der Eisenbahnstrecke beteiligt waren: Japan, England, Amerika, Australien, Thailand und Holland.

Prasat Muang Singh nahe Kanchanaburi

Wat Prasat Muang Singh
Die Löwenstadt, so die Übersetzung von Muang Singh entstand im 13. Jahrhundert unter Jayavarman VII., der ihn zu Ehren seines Vaters, einem bedeutender Herrscher aus der Khmer Zeit erbauen ließ. Die wunderschöne Anlage aus Lateritstein zeigt auch deutliche Einflüsse des Khmer Stil in ihrer Architektur. Sie hat zwar lange nicht die Ausmaße eines Angkor Wat oder Preah Vihear, ist aber dennoch sehr eindrucksvoll und vor allem gut erhalten.

Ban Kao Nationalmuseum
Etwa 35 Kilometer außerhalb von Kanchanaburi und knapp zehn Kilometer von Prasat Muang Singh entfernt, befindet sich das Museum Ban Kao. Mit Blick auf den Fluss wurde es an einer neolithischen Begräbnisstätte erbaut, die im zweiten Weltkrieg von einem alliierten Gefangenen entdeckt wurde. Die Funde sind mehr als 4000 Jahre alt und stammen von Siedlern aus der Gegend. Es werden Skelette, Handwerks- und Alltagsgegenstände sowie Schmuck ausgestellt.

Erawan Nationalpark
Naturliebhaber begeistert sicher die Landschaft rund um Kanchanaburi und die zahlreichen Nationalparks in der Umgebung. So findet man im Erawan-Nationalpark Klippen, Höhlen, Bambuswälder und die Quelle des Erawan-Wasserfalls, der sich später in sieben Stufen ergießt und einer der schönsten Wasserfälle in Thailand sein soll. Insbesondere während der Regenzeit, wenn die Flüsse reichlich Wasser führen, sind diese einen Besuch wert.

Srinagarindra Nationalpark
Dieser Nationalpark begeistert alle Aktivurlauber, denn bei Trekkingtouren lässt sich der dichte Dschungel, wo auch Leoparden- oder Zibetkatzen sowie unzählige Vogelarten zu Hause sind, gut erkunden. Hier können außerdem der wunderschöne Huai Mae Khamin Wasserfall oder die  ca. 150 Meter lange Tham Sawan Höhle mit wunderschönen Wandmalereien aus der Steinzeit bewundert werden.

 

Khao Yai Nationalpark

Der Khao Yai Nationalpark liegt nordöstlich von Bangkok (ca. 180 km) und umfasst ein Gebiet von etwa 2.200 km². Hier gibt es neben Dschungel und steppenartigen Graslandschaften auch einige Berge, wovon der Khao Rom mit 1351 Metern der höchste ist.
Das Klima ist angenehm im Park mit Temperaturen um die 23 Grad. Zwischen November und Februar sind die Tage meist klar, nachts können die Temperaturen auch mal auf empfindliche 10 Grad sinken. Zwischen März und April wird es sehr heiß mit Tagestemperaturen zwischen 20 und 30 Grad und viele der Wasserfälle des Nationalparks sind dann oft ausgetrocknet. Ganz im Gegenteil dazu die feuchte Jahreszeit zwischen Mai und Oktober, die sich durchaus für Reisen in den Khai Yai eignen, wenn alles in traumhaftem Grün erscheint, zahlreiche Pflanzen blühen und die Flüsse wieder reichlich Wasser führen.
Der Nationalpark besticht durch seine Artenvielfalt mit über 2000 Pflanzen, angefangen bei Bäumen, über Moose und diverse Pilze bis zu Lianen. Im Khao Yai sind fünf verschiedene Vegetationsarten zu finden: der immergrüne Wald, der Laubwald, tropischer Regenwald, Bergwald (über 1000 Meter Höhe) und Graslandschaften. In der Tierwelt können etwa 70 verschiedene Säugetierarten, darunter  Elefanten, Tiger, Rotwild und Affen beobachtet werden, weiterhin diverse Reptilien, Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel bieten die Fledermaushöhlen, aus denen jeden Abend während der Dämmerung zehntausende Fledermäuse in Schwärmen wie riesige Schleifenbänder fliegen und erst im Morgengrauen zurückkehren.
Und noch ein anderes Highlight erwartet Gäste im Khao Yai Nationalpark. Hier wird seit Jahren inzwischen sehr guter Wein angebaut und so hat sich beispielsweise die PB Khao Yai Winery inzwischen einen Namen gemacht. Auf dem Weingut werden Führungen und Verkostungen angeboten.

 

Sangkhlaburi

Das heutige Sangkhlaburi befindet sich am nördlichen Ufer des Khao Laem Stausees im äußersten Westen von Thailand. Es ist ein sehr charmanter Ort, die Zeit scheint hier fast ein wenig stehen geblieben zu sein. Die einstige Stadt wurde Mitte der 1980er Jahre vom Stausee überflutet und erst danach an der jetzigen Stelle wieder aufgebaut. Die Bewohner Sangkhlaburis sind ein buntes Völkergemisch aus Thais und Burmesen und gehören den ethnischen Minderheiten der Mon und Karen an.
Nahe der Grenze zu Myanmar gelegen kommen hier Naturfreunde auf ihre Kosten. Rund um Sangkhlaburi können interessante Höhlen besichtigt oder Raftingtouren unternommen und während eines Bootsausfluges auf dem Stausee Teile des Tempels Saam Prasob als letztes Zeugnis der alten Stadt betrachtet werden. Absolutes Muss ist der Abstecher zum berühmten Drei Pagoden Pass, der Thailand und Myanmar verbindet und seit jeher einer der wichtigsten Verkehrswege ist.

Khao Laem Stausee in Sangkhlaburi

Drei Pagoden Pass an der Grenze Thailand - Myanmar

Mönche in Sangkhlaburi

 

Sukhothai

Die „Morgenröte der Glückseligkeit“, so der poetische Name der ersten Hauptstadt des damaligen Königreiches Siam. Sukhothai gilt als die Wiege Thailands und seiner Kultur und hatte seine Blütezeit zwischen 1279 und 1298 unter König Ramkhamhaeng. Unter dessen Nachfolger verfiel es jedoch und seine Bewohner wanderten zunehmend nach Ayutthaya ab. Die verlassene Stadt versank im Dschungel und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ersten Bauwerke wieder freigelegt.
Der Park von Sukhothai, in dem es hunderte von Monumenten zu bestaunen gibt, wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wer Interesse an Thailands Geschichte hat, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen Alt-Sukhothai zu besichtigen. Eine Auswahl der bedeutenden Sukhothai Sehenswürdigkeiten innerhalb der alten Stadtmauern finden Sie hier, darüber hinaus gibt es unzählige weitere Tempel und Ruinen außerhalb, eine Erkundung per Fahrrad ist empfehlenswert:

Wat Mahathat in Sukhothai

Wat Mahathat
Der Königstempel ist mit seinen mächtigen Säulenreihen und den zahlreichen Chedis ein Wunderwerk frühzeitlicher Architektur und einer der wichtigsten Tempel. Das gesamte Areal des Tempels umfasst etwa 200 X 200 Meter und hier standen einst zahlreiche Chedis und andere Bauwerke. Heute sieht man noch einen riesigen sitzenden Buddha umgeben von Laterit Säulen.

Wat Sra Sri
Wunderschön anzusehen ist der auf einer Insel in einem künstlich angelegten See stehende Tempel Wat Sra Sri. Der Chedi ist im ceylonesischen Stil gebaut und über eine Holzbrücke erreicht man eine weitere, kleine Insel mit Ruinen.

Ramkhamhaeng Nationalmuseum
Kunstinteressierte finden sich am Ramkhamhaeng Nationalmuseum, welches sich innerhalb der alten Stadtmauern befindet, Gefallen. In der Halle am Eingang kann gleich ein detailgetreues Modell von Alt Sukhothai bewundert werden.
In der weiteren Ausstellung finden sich zahlreiche, alte Fotografien und eine Sammlung historischer Kunstwerke zeigt die Entwicklung des Sukhothai Stils.