Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hanoi

Literaturtempel

Obwohl der Literaturtempel kein wirklich religiöses Bauwerk ist, gilt es als eines der Hauptheiligtümer Vietnams. Er wurde 1070 als Akademie errichtet, in der bis 1915 Söhne der Mandarin, Prinzen und Hochbegabte unterrichtet wurden. 1076 wurde die Nationale Universität in Gedenken an Konfuzius errichtet, ähnlich dem Konfuziustempel in dessen Geburtsstadt Qufu (China).
Immer wieder wurde die Anlage des Literaturtempels zerstört und wieder aufgebaut, erweitert und überarbeitet, in den Jahren 1920-1956 wurde die gesamte Anlage von Grund auf renoviert und erst 2000 erneut restauriert.
Der Literaturtempel ist eine bedeutendste historische und kulturelle Hinterlassenschaft in der Hauptstadt, die Anlage schmückt auch den 100.000 VND Geldschein.
Die ca. 6000 m² große Anlage ist von einer Mauer umgeben und teilt sich in fünf hintereinander aufgereihte Höfe, die durch Tore miteinander verbunden sind. Einige Wege und die Haupttore, die die einzelnen Höfe miteinander verbinden, durften einst nur von Herrschern genutzt werden.  Es befanden sich außerdem schmale Wege an den Begrenzungsmauern des Tempels, die von den Dienern und Soldaten angelegt wurden.
Ein alter Baumbestand, kleine angelegte Teiche und die sehr gut erhaltenen Bauten innerhalb des Literaturtempels machen ihn noch heute zu einem der wichtigsten Anlaufpunkte für Hanoi-Besucher.
Der Erste Hof dient als eine Art Einlass, hier befinden sich das bekannte Tor des Literaturtempels sowie zwei wunderschön angelegte Teiche rechts und links der Hauptallee.
Im Zweiten Hof bildet der Pavillon des Sternbildes der Literatur das Highlight. Durch die runden Fenster konnte man einst die Gelehrten beim Lesen ihrer Werke beobachten.
Heute ist er das Torgebäude zum Dritten Hof, in dem man die Quelle des Himmlischen Lichts (ein großer Teich) bewundern kann, zu dessen rechter und linker Seite sich die 82 Stelen der Gelehrten befinden sowie die Steinschildkröten als Zeichen der Beständigkeit. Die Stelen wurden erst 2010 in die Liste des UNESCO Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Der Vierte Hof ist der sogenannte „Haupthof“ des Literaturtempels und begeistert Besucher mit der Halle des Großen Erfolges und der Halle der Großen Zeremonien. Beide Hallen sind Teil eines Doppeltempels, dessen Dächer auf Holzsäulen ruhen; die Dachfirste sind mit Schnitzereien von Drachen geschmückt und in der Halle des Großen Erfolges thront eine Statue von Konfuzius in der Mitte des Raumes.
Im Fünften Hof befand sich einst die Akademie, in der die privilegierten Schüler unterrichtet wurden. Heute kann man hier außerdem noch den Tempel für die Eltern von Konfuzius bestaunen.

Literaturtempel in Hanoi

Tor im Literaturtempel in Hanoi

Literaturtempel in Hanoi

Schildkrötenturm inmitten dem Hoan Kiem See in Hanoi

Eingang zum Jadeberg Tempel auf dem Hoan Kiem See

Hoan Kiem See

Übersetzt bedeutete der Name des Sees „Zurückgegebenes Schwert“. Einer Legende nach lebte während der chinesischen Besetzung im 15. Jahrhundert eine große, goldene Schildkröte im See. Diese übergab einem armen Fischer ein Zauberschwert, mit dem er unbesiegbar werden würde. Der Fischer kämpfte mit seinem magischen Schwert gegen die Truppen der Chinesen und wurde nach deren Niederschlagung zum König ernannt.
Nach den Feierlichkeiten nach dem Sieg über China ging der neu gekrönte Herrscher zum See, um zu beten und den Göttern seinen Dank auszusprechen. Plötzlich wurden seine Gebete durch das Auftauchen der goldenen Schildkröte gestört, die das Zauberschwert nun zurückforderte. Noch bevor der junge König nachdenken konnte, machte sich das Schwert selbstständig und löste sich aus dem Halter. Es stieg empor und verwandelte sich über dem See in einen jadefarbenen Drachen, der über dem heutigen Hoan Kiem See schwebte und der sich auf einmal in die Tiefe des Wassers stürzte. Der König ernannte den Drachen zum Schutzgeist des Sees und ließ für ihn auf einer kleinen Erhebung im Hoan Kiem See den Schildkrötenturm errichten – das Wahrzeichen der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi.
Der idyllische See befindet sich am südlichen Rand Hanois und trennt die Altstadt vom französischen Kolonialviertel, er ist umgeben von Geschäftshäusern, Banken, kleinen Gassen und Restaurants. Einst fand man an den Ufern des heute ca. 15 Hektar großen Sees 52 Fürsten-Paläste (18. Jahrhundert), von denen heute leider nichts mehr erhalten ist.
Im 17. Jahrhundert war der Hoan Kiem See deutlich größer, mit dem Roten Fluss verbunden und schiffbar, sodass auf dem See Flottenmanöver stattfinden konnten. Im 19. Und 20. Jahrhundert schüttete man Teile des Sees zu und verkleinerte damit seine Größe auf eine Länge von ungefähr 700 Meter.
Highlight des Sees ist der dreistöckige Schildkrötenturm, der einst zu Ehren des Schutzgeistes des Sees erbaut wurde. Ein weiterer Anziehungspunkt des Sees ist der Jadeberg Tempel, den man über die leuchtend rote The-Huc-Brücke erreicht, die schon vom Weitem ins Auge fällt. In ihm befindet sich unter anderem eine präparierte Schildkröte, die man 1968 aus dem See barg und welche angeblich etwa 400 Jahre alt war.
Der Hoan Kiem See ist ein beliebter Treffpunkt unter Vietnamesen und Touristen gleichermaßen. Die wunderschöne Aussicht über den See macht ihn zu einem traumhaften Rastplatz nach einem ausgedehnten Einkaufsbummel durch die Altstadt oder für einen Spaziergang am Abend.

 Altstadt - "36 Gassen"

Die einheimische Dichterin Thanh Quan beschrieb das Gewirr der Altstadt einst so:
Die Seele der Stadt hat sich in die Altstadt, die Straßen der Bürger und Handwerker zurückgezogen.“ (19. Jahrhundert).
Bereits im 11. Jahrhundert entstand die heutige Altstadt unter der Ly-Dynastie und noch heute ist sie ein Muss für Besucher. Verschlungene Gassen, typisch vietnamesische Häuser, kleine Tempel und charmante Straßenrestaurants säumen den Weg bei einem Spaziergang durch die Altstadt Hanois. Besonders beliebt ist das Viertel der 36 Gassen. Entstanden ist dieses kunsthandwerkliche Gebiet im 15. Jahrhundert als sich hier 36 verschiedene Zünfte niederließen und so jeder der Straßen eine ganz bestimmte Handwerksrichtung gegeben haben.
Jede der kleinen Straßen ist auf eine bestimmte Art Ware spezialisiert. So finden Sie unter anderem die Spielzeug-, Eisen-, Papier-, Bronze- und Reisnudelgasse – am besten erkundet man diesen quirligen und teils chaotischen Teil Hanois mit der Rikscha oder während eines gemütlichen Spaziergangs. Auch kleine Garküchen mit typisch vietnamesischen Köstlichkeiten und traditionelle Café haben hier ihren Platz gefunden.
Da sich nahezu das gesamte Leben der Vietnamesen auf der Straße abspielt, sollte man hier etwas mehr Zeit einplanen, denn in den schmalen Gassen gibt es einfach zu viel zu beobachten und zu entdecken.

Viertel 36 Gassen in der Altstadt von Hanoi

 Nachstehend finden Sie eine Auflistung der einzelnen Gassen mit ihren vietnamesischen und deutschen Namen:

 1. Räucherstäbchengasse (Hang Bo)
 2. Silberschmiedgasse (Hang Bac)
 3. Schreinergasse (Hang Gai)
 4. Segelmachergasse (Hang Buom)
 5. Zinngasse (Hang Thiec)
 6. Bestattungsschneidergasse (Hang Hai)
 7. Perlengasse (Hang Khay)
 8. Pferdeschwanzgasse (Ma Vi)
 9. Tabakgasse (Hang Dieu)
10. Papiermachergasse (Hang Giay)
11. Fischergasse (Hang Lo)
12. Palmblättergasse (Hang Cot)
13. Korbmachergasse (Hang May)
14. Instrumentenbauergasse (Hang Dan)
15. Neue Gasse (Pho Moi)
16. Chinagasse (Phuc Kien)
17. Blaue Seidengasse (Hang Ngang)
18. Kupfergasse (Hang Ma)

19. Fischsoßenmacher (Hang Mam)
20. Kohlegasse (Hang Than)
21. Bronzegasse (Hang Dong)
22. Salzgasse (Hang Muoi)
23. Hutmachergasse (Hang Non)
24. Brückengasse (Cau Dong)
25. Lackmalergasse (Hang Hom)
26. Schuhmachergasse (Hang Dau)
27. Baumwollgasse (Hang Bong)
28. Marktstraße (Hang Be)
29. Eimergasse/Bottichgasse (Hang Thung)
30. Töpfergasse (Hang Bat)
31. Bambusgasse (Hang Tre)
32. Kalkstraße (Hang Voi)
33. Papiergasse (Hang Giay)
34. Seidengasse (Hang The)
35. Hühnerstraße (Hang Ga)
36. Lederstraße (Hang Da)