Sehenswürdigkeiten in und um Sa Pa

Die Stadt Sa Pa wurde im Jahr 1922 als Grenzposten der Franzosen zwischen den sanften Hügel erbaut. Aufgrund des angenehmen Klimas auf 1.600 m Höhe entwickelte sich die kleine Stadt zu einem Ferienort für die Kolonialherren und wohlhabender Vietnamesen. Die langjährige Isolierung Sa Pas als Folge des Indochina Krieges verhalf der Stadt zu einem ganz besonderen Charme, den man heute noch bei Reisen in den hohen Norden spürt.
Sa Pa gewinnt immer mehr an Bekanntheit und so sind Touristen vor allem in den Sommermonaten hier zu finden, die Wanderungen zu den Dörfern der Minderheiten unternehmen wollen und die fast alpin anmutende Landschaft zu bestaunen.

Anreise

Schon die Anreise nach Sa Pa kann zu einem Erlebnis werden, denn der Großteil der ausländischen Besucher nutzt den Zug von Hanoi nach Lao Cao, einem Ort ca. 30 km entfernt von Sa Pa, um in die faszinierenden Bergregionen zu kommen. Die landestypischen Züge (Unterseite) starten in der Regel am Abend in der Hauptstadt Hanoi und erreichen nach etwa 10-stündiger Nachtfahrt den 340 km entfernten Bahnhof von Lao Cai. Von hier aus führt Sie der Weg über den Landweg nach Sa Pa.

Mount Fan Si Pan

Dieser etwa 3.143 m hohe Berg ist der höchste Vietnams und Teil des Yunnan-Gerbirges im äußersten Nordwesten des Landes – ein wahres Mekka für Gipfelstürmer und Naturliebhaber. Die wolkenverhangenen Gipfel des Fan Si Pan, die Bambus- und Kieferwälder, die den Berg bedecken, und die Tierwelt in diesen Höhen sind die Hauptattraktion Sa Pas.
Der Berg liegt nur ca. 10 Kilometer von Sa Pa entfernt im Naturreservat Hoang Lien Son. Dieses wurde 1986 errichtet, um die Reste eines natürlichen Waldgebietes zu schützen, das sich im Süden und Westen Sa Pas auf einer Fläche von 30 km² erstreckt.
Während des drei- bis viertägigen Aufstiegs zum Gipfel des Mount Fan Si Pan durchquert man dichte Urwälder, wandert im dichten Nebel und kann eine schier atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Aufgrund der besonderen Bedingungen sollte man den Fan Si Pan nie ohne einen einheimischen Führer erklimmen. Denn stellenweise auftretender Nebel und die schwierigen natürlichen Bedingungen des Weges erfordern Erfahrung und Kenntnisse, die Reisende in der Regel nicht haben. Der Aufstieg lohnt vor allem in den Monaten von November bis April, auch wenn man teilweise mit einer gewissen Kälte, vor allem in den Nächten, auf den Höhen des Berges rechnen muss. In den Sommermonaten machen das feucht-heiße Klima und die Blutegel am Fuße des Berges einen Aufstieg sehr beschwerlich. Generell sollte man eine gute Kondition haben, denn der Weg zum höchsten Punkt Indochinas führt teils durch unwegsames Gelände, steile Pfade und dauert täglich mehrere Stunden. Die Übernachtung findet in selbst aufgebauten Zelten statt, sodass Sie sich am Morgen von den Geräuschen der Natur wecken lassen können. Decken, Schlafsäcke und dicke Sachen sowie festes Schuhwerk (sollten bis über die Knöchel reichen), lange dünne Hosen, Kopfbedeckung, Insektenspray, Sonnencreme, ein Erste-Hilfe-Set und viel Wasser sind Pflicht und müssen von jedem Wanderer selbst getragen werden.

Bergvölker

Wanderungen zu den Bergvölkern sind ein Muss für Sa Pa Reisende, denn nirgends findet man so vielfältige Völker wie hier im Norden Vietnams. Durch die unterschiedlichen Kleidungen lassen sich die einzelnen Bergstämme unterscheiden und erkennen.

Hmong (Meo)
Die Hmong sind die größte Minderheit Vietnams mit etwa 700.000 Menschen. Diese Volksgruppe ist erst im 19. Jahrhundert von Südchina und Laos nach Vietnam eingewandert. Die Bauern der Hmong bauen Mais, Reis, Mohn und verschiedenes Gemüse an. Sie halten außerdem Wasserbüffel, Rinder und Pferde, außerdem erlangten sie zur Bekanntheit durch die Fähigkeit des Jagens und wegen der Sammlung von Waldprodukten (Heilkräuter, Honig und Baumrinden). Doch vor allem  wegen der Handarbeit und dem Herstellen der indigofarbenen Stoffe kennt man die Kunst der Hmong im ganzen Land. Mit Hilfe natürlicher Stoffe werden die Kleider dieses Bergvolkes indigoblau eingefärbt  ein sehr mühsames Handwerk, denn das Einfärben muss bis zu 30 Mal wiederholt werden bis es die typische glänzende Optik hat. Die Mehrheit der Schwarzen Hmong (ein Untervolk der Hmong) tragen noch heute die traditionellen Kleider. Die Männer sind mit langen weiten Hosen und einem legeren Hemd, der langen Weste bekleidet, Frauen traditionell mit knielangen Röcken, Leggings, einer Schürze und einer Weste – einige der Kleidungsstücke auch mit aufwendigen Stickereien. Sowohl Männer als auch Frauen tragen Halsketten und Armreifen aus Silber oder Bronze, die Frauen darüber hinaus schwere Ohrringe.
Das Bergvolk der Hmong hat sich über die Jahrhunderte in die Schwarzen, Roten, Grünen, Weißen und die Blumen-Hmong gesplittet. Nahe Sa Pa findet man vor allem die Schwarzen und die Blumen-Hmong, die man an der farbenfrohen Kleidung erkennen kann. Die Schwarzen, ebenso wie die Blumen-Hmong tragen eine Kopfbedeckung aus Stoffen, die entweder in dunklem indigoblau gehalten sind oder sehr bunt gestaltet wurden.
Die Hmong leben heute in kleinen Dörfern mit ebenerdigen Häusern, inmitten der faszinierenden Landschaft des nördlichen Berglandes.

Rote Dao
Dieses Bergvolk ist bereits im 12. und 13. Jahrhundert von China eingewandert und lebt in Dörfern wenige Kilometer entfernt von Sa Pa. Die rechteckigen Häuser sind mit Schindeln oder Stroh bedeckt und flach oder auf Stelzen in die Natur gebaut. In jedem der typischen drei Räume befindet sich eine Kochstelle. Auch der Glaube an die Existenz von Seele und Dämonen, ebenso wie sie die Verehrung der Ahnengeister mehrfach jährlich mit Tieropfern feiern.
Zu erkennen sind die Roten Dao schon von weitem an ihrer sehr auffälligen, roten Kopfbedeckung, die einem Kissen ähnelt. Der Haaransatz an der Stirn wird von den meisten Roten Dao entfernt und unter dem roten Tuch versteckt. Auch die Augenbrauen färbt man sich traditionell hell, sodass man diese nur bei genauem Hinsehen erkennen kann. Auch den selbst geflochtenen Korb tragen die Dao fast immer auf dem Rücken. Die Männer kleiden sich mit lockerer Hose und einer Weste, der einst traditionelle Haarknoten wurde gegen nahezu moderne Kurhaarschnitte ersetzt. Die Frauen der Roten Dao tragen aufwendig gestaltete Kleider mit silbernen Perlenfäden und verschiedenen Münzen.

Thai und Giay
Beide Volksgruppen gehören zu den bekanntesten Minderheiten in Nordvietnam. Beide leben in Dörfern mitten in der alpinen Naturlandschaft in den aus Bambus und Holz dicht aneinander erbauten Pfahlhäusern. Die Thai sind eine der ältesten Volksgruppen in Vietnam, da sie bereits vor etwa 1000 Jahren aus dem Süden Chinas einwanderten. Sie leben auch in Myanmar, Thailand und Laos.
Das Bergvolk der Giay kann man an der farbenfrohen Tracht erkennen. Die Frauen tragen Blusen in rosa, hellgrün oder blau, die mit einer aufwendig bestickten Bordüre geschmückt sind. Zu bestimmten Feierlichkeiten schmücken karierte turbanähnliche Kopfbedeckungen die Köpfe der Frauen.

Märkte in und um Sa Pa

Die Märkte des Nordens sind einer der Hauptattraktionen für Reisende, denn hier treffen sich die verschiedensten Minderheiten täglich. Ein buntes Gewirr aus Hmong, Dao und andere Bergvölkern, die ihre Handwerkserzeugnisse, Stoffe und Lebensmittel verkaufen wollen, machen die täglich stattfindenden Märkte zu einem besonderen Ziel für Tagestouren ab Sa Pa.

Samstagsmarkt
Wie es der Name schon verrät, findet dieser Markt an jedem Samstag statt und ist um einiges größer und bekannter als die „normalen“ Markttage. An diesem Tag ist in Sa Pa viel los, denn die Menschen strömen vo überall her, denn der Samstagsmarkt ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, der Minderheiten und Touristen. Die verschiedenen Bergvölker kommen am frühen Morgen mit den zu verkaufenden Waren und plaudern über Alltägliches, preisen ihre Waren an und verhandeln - oft bis in die Nacht. Bei einem Spaziergang über den Markt fallen primär die bunten Farben der Kleidung auf. Fröhliches Schwatzen ist überall zu hören und das Lächeln der Verkäuferinnen ist nahezu ansteckend. Der Markt ist nicht umsonst eine der Hauptattraktionen Sa Pas.

Temperaturen in Sa Pa

Aufgrund der Höhenlage auf ca. 1.600 m über dem Meeresspiegel und der angrenzenden Gebirge sind die Nächte ganzjährig eher kühl, sodass warme Kleidung für den Abend und die Nacht empfohlen wird. In den Monaten Dezember bis Februar kann die Temperatur nachts teilweise unter den Gefrierpunkt sinken und auch Schnee ist nicht selten.

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